Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 4
1 Einleitung 5
1.1 Problemstellung. 6
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit 8
2 Grundlagen 9
2.1 Von Basel I zu Basel II 9
2.2 Basel II. 11
2.2.1 Das Dreisäulensystem 11
2.2.1.1 Die erste Säule - Mindestkapitalanforderungen 12
2.2.1.2 Die zweite Säule - Bankenaufsichtlicher
Überprüfungsprozess 16
2.2.1.3 Die dritte Säule - Aufsichtliche Offenlegung 17
3 Schwachstellen von Basel II 18
3.1 Die Gefahren der Adversen Selektion 18
3.2 Relevanz von Basel II für die Entwicklungsländer 19
3.3 Verbriefungen von Krediten nach Basel II 21
3.3.1 Traditionelle Verbriefungen 22
3.3.2 Synthetische Verbriefungen 23
3.3.3 Standardansatz für Verbriefungen 23
3.3.4 Der IRB-Ansatz für Verbriefungen. 24
3.3.5 Beispiel zur synthetischen Verbriefung 24
3.3.6 Verbriefungen und Basel II in Hinblick auf die Finanzkrise 27
3.4 Die Prozyklität von Basel II 28
3.4.1 Prozyklische Wirkung von Basel II und die Finanzkrise 28
3.4.2 Politische Maßnahmen - Das Rettungspaket 30
3.5 Die Umsetzung von Basel II in den USA 30
3.5.1 Unterschiedliche Meinungen von US-Aufsichtsbehörden 31
3.5.2 Folgen 32
3.5.3 Alternativen 32
4 Die fünfte Auswirkungsstudie zu Basel II 34
5 Der unregulierte Sektor - Ratingagenturen 36
5.1 Grundlagen. 36
5.2 Zentrale Schwachstellen. 37
5.2.1 Qualitative Mängeln 38
5.2.2 Interessenskonflikte 38
5.2.3 Der oligopolistische Ratingmarkt. 38
5.2.4 Die prozyklische Wirkung von Ratingagenturen. 39
6 Lösungsansätze. 40
7 Ausblick 42
7.1 Säule I - Mindesteigenkapitalanforderungen 42
7.2 Säule II - Aufsichtsrechtlicher Überprüfungsprozess 43
7.3 Säule III - Marktdiziplin 44
7.4 Änderungen im Bereich Ratingagenturen. 44
8 Fazit 46
9 Literatur 49
Die neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarungen
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1:Das Drei-Säulen-System
Abb. 2: Beispiel für Verbriefungstransaktionen nach Basel II
Abb. 3: Eigenkapitalunterlegung aus der Sicht des Originators.
Abb. 4: Eigenkapitalunterlegung aus der Sicht des Investors
Abb. 5: Risikogewichtung von Ratingagenturen.
4
1 Einleitung
In unserer heutigen Gesellschaft haben Banken und Kreditinstitute eine Schlüsselrolle innerhalb des Finanzmarktsystems. Sie sind
Finanzmarktintermediäre und ermöglichen somit die Allokation der „knappen“ Ressource Kapital. Folglich bestimmen Finanzmarktintermediäre die Entwicklung anderer Wirtschaftssektoren grundlegend mit, indem sie Kapital aus Überschussbereichen in die Defizitbereiche steuern. 1 Ein effizienter Finanzmarkt setzt Stabilität voraus. Die Finanzmarktstabilität wird an der Risikokonstellation eines nationalen Systems in Bezug auf ihre Risikotragfähigkeit gemessen. Die Evaluation der Risikotragfähigkeit einer Volkswirtschaft richtet sich insbesondere an die allgemeine Ertragslage des Bankensystems, die Kapitalausstattung und Reserven der einzelnen Institute, sowie außerordentlich vorhandene Verbundstrukturen und Sicherungseinrichtungen. Finanzmarktstabilität ist ein öffentliches Gut. Deshalb sind öffentliche Institutionen für die Gewährleistung dieses Gutes zuständig und verantwortlich. 2
Das Kerngeschäft der Kreditinstitute liegt in der Übernahme von Risiken, vor allem Kredit-, Markt- und Liquiditätsrisiken. Dabei ist zu beachten, dass diese Bankaktivitäten nicht zur Instabilität des Finanzsektors führen dürfen. Angesichts der Globalisierung und Liberalisierung der Finanzmärkte werden Kreditinstitute einem immer stärker werdenden Wettbewerb ausgesetzt. Darüber hinaus sind sie in einem globalen Finanzmarkt enger denn je miteinander verknüpft. Der Zusammenbruch einer einzelnen Bank kann nicht nur zu beträchtlichen Schäden innerhalb einer Volkswirtschaft führen, sondern auch das weltweite Finanzsystem destabilisieren. Um die Stabilität auf den Finanzmärkten sicherzustellen wurden besondere Aufsichtsregeln für Kreditinstitute geschaffen. Die Baseler Eigenkapitalvereinbarungen (Basel II) spielen in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle. 3
1 Vgl.: Helberger; Christoph: Finanzmärkte und Geldpolitik. Institut für Volkswirtschaftslehre; S. 1F, URL: http://www2.tu-berlin.de/fb14/wipol/AVWLIII/m06-ss06-geldpolitik.pdf; (02.02.2009)
2 Vlg.: Börsenlexikon.URL: http://www.direktbroker.de/unser-
service/boersenlexikon/Finanzmarktstabilit%C3%A4t%20(financial%20market%20/16330636/F; (10.03.2009)
3 Vgl.: Hemel, Igor; Breitkreutz Gustav; Harwarth, Horst; Philipp, Klaus-Dieter: Basel II und Mittelstand; Rating und Alternativen zum Bankenkredit. Shalker Verlag, Aachen 2006; S. 16
5
1.1 Problemstellung
Grundsätzlich sind sich Experten einig, dass Banken Eigenkapital benötigen. Denn nur so sind sie in der Lage Verluste abzufedern, Insolvenzrisiken zu begrenzen und mögliche Kosten für Anleger im Konkursfall zu minimieren. Die aus dem Jahre 1988 Baseler Eingenkapitalvereinbarungen (Basel I) sind aufgrund der überaus dynamischen Veränderungen im Finanzsektor durch die neuen Baseler Eigenkapitalregelungen (Basel II) ersetzt worden. Ökonomen beurteilten Basel I für nicht mehr zeitgemäß, zu pauschal und nicht ausreichend flexibel. Die Einführung von Basel II ruft jedoch zahlreiche Diskussionen hervor, da die neuen Regelungen problematische Aspekte aufweisen. 4
Seit dem Sommer 2007 weiten sich weltweit Finanzmarktturbolenzen zu einer Finanzmarktkrise gewaltiger Dimensionen aus. 5 Die Krise begann mit einer riesigen Finanzblase auf den amerikanischen Immobilienmarkt, die sich seit den neunziger Jahren kontinuierlich „aufgebläht“ hat. Die Ursachen dafür sind bekannt. Der Kauf von Häusern in den USA war damals schwer im Trend. Dies lag unter anderem daran, dass das Geld von amerikanischen Zentralbanken zu äußerst niedrigen Zinsen an die US-Banken verliehen wurden, die wiederum eifrig die Finanzmittel an Häuserbauer vergaben. Ergänzend dazu ermutigte Clintons Regierungspolitik Hypothekenfinanziers wie Freddie Mac und Fanny Mae großzügiger mit Immobilienkrediten umzugehen. 6
Anforderungen für die Kreditvergabe wurden drastisch reduziert, selbst Arbeitslose hatten Zugang zu Immobilienkrediten, und das zu variablen Zinssätzen. Dank den anfänglich niedrigen Zinsen stiegen die Nachfrage nach Immobilienkrediten und gleichzeitig auch die Häuserpreise. Demzufolge entstand eine gefährliche „Aufwärtsspirale“. Die Hypotheken galten zu diesem Zeitpunkt
4 Vgl.: Hemel, Igor; Breitkreutz Gustav; Harwarth, Horst; Philipp, Klaus-Dieter: Basel II und Mittelstand; Rating und Alternativen zum Bankenkredit. Shalker Verlag, Aachen 2006; S. 16
5 Vgl.: Sigrist, Daniel: Hat Basel II versagt? Die Volkswirtschaft, Das Magazin für Wirtschaftspolitik. 12.2008: S. 18; URL:
www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation/01353/02320/02894/index.html?download=NHz LpZig7t...s-&lang=de; (01.03.2009)
6
als höchst attraktiv und Banken begannen untereinander mit ihnen zu handeln. In Form von Kreditderivaten 7 wurden sie an die ganze Welt verteilt. Aus Angst vor einer Inflation erhöhte die Fed (Amerikanische Zentralbank) in den USA die Leitzinsen und ließ somit auch die Zinsen der vergebenen Immobilienkredite steigen. Viele Hauskäufer konnten spätestens dann ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen und meldeten Insolvenz an. Erst stagnierten die Immobilienpreise und dann fielen sie. Plötzlich stellten weltweit Banken fest, wie heikel die scheinbar lukrativen Derivate tatsächlich waren, mit dem sie in Massen gehandelt hatten. Nachdem die Hypothekenderivate keinen Wert mehr hatten, wurden sie unverkäuflich. Bedauerlicherweise kennt mittlerweile keine Bank mehr die Häuserkäufer, an deren Hypotheken sie Anteile haben. Deshalb können sie nur schlecht die Höhe ihrer bevorstehenden Abschreibungen einschätzen. Aus einer Finanzkrise hat sich nun auch eine Wirtschaftskrise entwickelt. Denn Banken misstrauen sich nicht nur untereinander, sondern auch den Unternehmen. Angesichts einer aktuellen „Kreditklemme“ leidet längst auch die Realwirtschaft. Zahlreiche Unternehmen können geplante Investitionen aufgrund restriktiver Geldpolitik der Banken nicht tätigen. 8 Inzwischen wurden auch Freddie Mac und Fanny Mae durch die wohl teuerste staatliche Rettungsaktion für den Privatsektor in der US-Geschichte saniert. 9 Bereits Keynes (einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts) erkannte, dass im Verlauf einer Boomphase das spekulative Verhalten zunimmt und dass in dieser sensiblen Phase schon eine geringe Zinserhöhung der Zentralbanken eine Finanzkrise hervorrufen kann. 10
Sowohl Banken als auch Aufsichtsbehörden werden beschuldigt Warnungen zu Problemen im US-Immobilienmarkt ignoriert zu haben. Bankenregulierungen und Aufsichtsorgane können jedoch eine Krise, die von strukturellen Schwächen einer
6 Vgl.: Stöcker, Christian: Wie das Milliardenloch entstand. Spiegel Online; 14.10.2008; URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,583769,00.html; (01.03.2009)
7 Anmerkung: Kreditderivate sind Finanzinstrumente, die mit Krediten, Darlehen, Anleihen und vergleichbare Aktiva verbunden sind und an einen Dritten (den Sicherungsgeber) verkauft werden.
8 Vgl.: Stöcker, Christian: Wie das Milliardenloch entstand. Spiegel Online; 14.10.2008. URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,583769,00.html; (01.03.2009)
9 Vgl.: Spiegel Online: Rettungsaktion kostet US-Regierung viele Milliarden, Spiegel Online; 07.09.2008. URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,576850,00.html; (01.03.2009)
7
Volkswirtschaft, eine freizügige Geldpolitik oder von fiskalischen Besonderheiten entfacht wird, nicht verhindern. Sie können lediglich die Übertragung einer Krise auf das Bankensystem abwehren.
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
In dieser Arbeit werde ich die negativen Auswirkungen der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarungen auf das weltweite Finanzsystem unter
Berücksichtigung der aktuellen Finanzkrise untersuchen.
Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es herauszufinden, wo die Schwachstellen des Baseler Konsultationspapiers liegen, welche Rolle Ratingagenturen in diesem Zusammenhang spielen und wie die Politik bisher darauf reagiert hat.
In Kapitel 2 stelle ich die bisherigen Entwicklungen des Baseler Regelwerkes vor (Kapitel 2,1). Anschließend werde ich die Ziele und das Dreisäulensystem erläutern (Kapital 2.2 und 2.3). Kapitel 3 setzt sich mit den Schwachstellen des Baseler Konsultationspapiers auseinander. Die Gefahr der Adversen Selektion, die Relevanz für die Entwicklungsländer, die Verbriefungen von Krediten, die Prozyklität (Kapitel 3.4) und die Umsetzung von Basel II sind Kernpunkte dieses Abschnitts.
Abgeleitet von den Schwachstellen des Baseler Regelwerks wird in Kapitel 4 die
fünfte Auswirkungsstudie vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zusammengefasst. In Kapitel 5 werde ich dann die Funktion und die Vorgehensweise von Ratingagenturen erläutern und ihre problematischen Aspekte diskutieren. Im letzten Teil meiner Arbeit werden Lösungsansätze und bereits getroffene Maßnahmen seitens der Politik vorgestellt (Kapitel 6 und 7).
10 Vlg.: Küblbock, Karin; Stariz, Carina: Asienkrise: Lektionen gelernt? Finanzmärkte und Entwicklung. Vsa Verlag; 1. Auflage, Wien 2008; S. 11
8
2 Grundlagen
Basel II ist ein komplexes und anspruchsvolles Regelwerk, deshalb werde ich vorerst eine entsprechende theoretische Grundlage heranziehen. Denn nur so kann ein allgemeines Verständnis für diesen Zusammenhang entwickelt werden und die Schlussfolgerungen zu meiner Frage verstanden werden.
2.1 Von Basel I zu Basel II
1975 wurde von den Präsidenten der Zentralbanken der G-10 Staaten 11 der Baseler Ausschuss ins Leben gerufen. 12 Mit dem Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht wurde eine Koordinationsplattform für Notenbankgouverneure und Aufsichtsorgane der G-10 Länder und Luxemburg gegründet. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht ist für die Entwicklung von international geltenden Eigenkapitalvereinbarungen zuständig und bestimmt die Höhe der Eigenkapitaleinlagen der Banken um mögliche Risiken zu minimieren. Der Sitz des Ausschusses befindet sich, wie der Name schon sagt in Basel. 13 Gewöhnlich findet der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht alle drei Monate in der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (auch unter Zentralbank der Zentralbanken bekannt) statt. In den 80er Jahren fiel das Eigenkapital der weltweit wichtigsten Banken aufgrund des steigenden Wettbewerbs und des andauernden Verdrängungskampfes auf einen gefährlichen Tiefstand. 14 Die Schließung der größten italienischen Privatbank „Banco Ambrosiano“ und vor allem die lateinamerikanische Verschuldungskrise ließ den Ruf der Forderung nach höheren Sicherheitsstandards für internationale Banken lauter werden. 15 Infolgedessen
11 Anmerkung: Die G-10 Staaten sind die 11 wichtigsten Industriestaaten, die sich mehrmals im Jahr zum Weltwirtschaftsgipfel treffen. Dazu zählen USA, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Schweden, Belgien, Schweiz und Niederlande Vgl.: Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. Brockhaus, 2. Auflage, Mannheim 2004, S. 213
12 Vgl.: Hemel, Igor; Breitkreutz Gustav; Harwarth, Horst; Philipp, Klaus-Dieter: Basel II und Mittelstand; Rating und Alternativen zum Bankenkredit. Shalker Verlag, Aachen 2006; S. 16
13 Vgl.: Knefel, Sebastian Viktor: Die Wirkung von Basel II auf die bankenzentrierten Finanzsysteme in Kontinentaleuropa. (Diplomarbeit der FHW); 06-07-2002; S. 3
14 Vgl.: Hemel, Igor; Breitkreutz Gustav; Harwarth, Horst; Philipp, Klaus-Dieter: Basel II und Mittelstand; Rating und Alternativen zum Bankenkredit. Shalker Verlag, Aachen 2006; S. 16
15 Vgl.: Lütz, Susanne: Der Staat und die Globalisierung von Finanzmärkten; Regulative Politik in Deutschland, Großbritannien und den USA. Campus Verlag, Frankfurt/ New York 2002, S. 189
9
wurde 1988 die erste Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel I) getroffen. Basel I zielt auf eine angemessene Eigenkapitalausstattung und einheitliche Wettbewerbsbedingungen im internationalen Bankwesen.
Die Baseler Eigenkapitalvereinbarungen von 1988 wurden von über 100 Staaten übernommen, deshalb galten sie bis dahin als der größte Erfolg in der Unionsgeschichte. Gemäß Basel I müssen international tätige Banken ihre Aktiva, unabhängig von der Bonität ihrer Kunden, mit 8% Eigenkapital unterlegen. Dafür wurde folgende Regel angewandt:
Buchwert*Gewichtsfaktor(100%)*Solvabilitätskoeffizient(8%)= Eigenkapital 16
Die Pauschalisierung von Kreditrisiken wurde im Laufe der Weiterentwicklung des Finanzwesens als wesentlicher Kritikpunkt seitens der Aufsicht immer wieder thematisiert. Nach Basel I gibt es lediglich eine grobe Differenzierung der Kreditnehmer nach Staaten, Banken und Unternehmen. Deshalb wurde der Baseler Akkord als zu grob bewertet. Der Einsatz eigener Modelle, die auf ein individuell abgestimmtes Risikoportfolio der Eigenkapitalunterlegung basierten, klang zu diesem Zeitpunk erfolgversprechender. Viele Experten glaubten dadurch eine größere Genauigkeit der Absicherung zu erreichen. 17 Die Krisen des Weltfinanzsystems im Jahre 1997 und 1998 in Südostasien, Russland und Lateinamerika zeigten erneut in vollem Umfang, welche Dynamik ein globalisiertes Kreditgeschäft auf liberalisierten Finanzmärkte entfaltet und welche negativen Auswirkungen dies haben kann. Ökonomen einigten sich darauf, dass nur Kreditinstitute mit einer gesunden Risikostruktur und ausreichender Eigenkapitalbasis solche Krisen unbeschadet überstehen können. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht reagierte auf die Schwachstellen der ersten Baseler
16 Vgl.: Aignar, Steffan: Seminar aus Finanz-und Versicherungsmathematik; Basel II und Solvency, mathematische Grundlagen. 14.11.2008; S.10
URL:http://numericalmethods.org/_media/courses/fam/kainhofer_seminar2008/vortrag_aigner_b aselii-solvencyii.pdf?id...seminar...ws08...; (02.04.2009)
17 Vgl.: Lütz, Susanne: Der Staat und die Globalisierung von Finanzmärkten; Regulative Politik in Deutschland, Großbritannien und den USA. Campus Verlag, Frankfurt/ New York 2002, S. 194
10
Eigenkapitalvereinbarung mit einem zweiten Konsultationspapier (Basel II). 18
2.2 Basel II
Basel II ist komplexer als Basel I und enthält detailliertere Regelungen zu den neuen Eigenkapitalrichtlinien der Banken. Genau wie Basel I sollte das neue Konsultationspapier auf internationale Ebene Anwendung finden. Es besteht aus einem 700-seitigen Arbeitspaket und sieht eine Dreiteilung der aufsichtsrechtlichen Pflichten vor. Der erste Entwurf von Basel II erschien im Jahre 1999 und wurde dann nach mehr als 200 Stellungnahmen der Wirtschaft überarbeitet. Der Baseler Akkord hat vor allem die Förderung von Sicherheit und Stabilität des weltweiten Finanzsystems, die Verbesserung der
Wettbewerbsgleichheit für alle Marktteilnehmer, eine umfassendere und adäquatere Erfassung von Risiken und die Weiterentwicklung von Ansätzen für die Ermittlung einer angemessenen Eigenkapitalunterlegung zum Ziel.
2.2.1 Das Dreisäulensystem
Wie bereits erwähnt basiert Basel II auf einem Dreisäulensystem, deren Anforderung sich gegenseitig ergänzen. Zusammengefasst behandelt die erste Säule die unterschiedlichen Verfahren zur Berechnung der
Eigenkapitalunterlegung. Die zweite Säule umschreibt qualitative Anforderungen an die aufsichtsrechtliche Überwachung der Kreditinstitute. Die Dritte Säule befasst sich mit den Publizitätsvorschriften. Basel II hat einen sehr großen Einfluss auf die Entwicklung des Risikomanagements der Banken sowie die Preisgestaltung der Kredite an Bankkunden. 19
18 Vgl.: Hemel, Igor; Breitkreutz Gustav; Harwarth, Horst; Philipp, Klaus-Dieter: Basel II und Mittelstand; Rating und Alternativen zum Bankenkredit. Shalker Verlag, Aachen 2006; S. 16f
19 Vgl.: Ernst & Young: Basel II und dessen Auswirkungen auf Banken und Kreditnehmer. http://www.eycom.ch/basel-ii/de.aspx; (01.04.2009)
11
Arbeit zitieren:
Caroline Carneiro Batista, 2009, Die negativen Auswirkungen von Basel II auf das weltweite Finanzsystem, München, GRIN Verlag GmbH
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