Inhaltsverzeichnis
Einleitung. 3
1. Ursprung des Sympathieprinzips 4
2. Funktionsweise des Sympathieprinzips 5
2.1. Grundsätzliches über die Sympathie. 5
2.2. Über die „sympathetische“ Urteilsbildung. 6
2.2.1. Grundsätzliches über die „sympathetische“ Urteilsbildung 6
2.2.2. Die Beurteileiung von einem Handelnden und einem Betroffenen. 6
2.2.3. Über die Selbstliebe und die Selbstbeurteilung 7
3. Bedeutung des Sympathieprinzips für Smiths Moraltheorie 8
Anhang. 10
Literaturverzeichnis 11
2
Einleitung
Vor knapp zwei Jahrzehnten machten italienische Neurophysiologen 1 eine bahnbrechende Entdeckung: die sog. Spiegelneuronen. Sie werden so bezeichnet, da sie Tiere wie Menschen dazu befähigen, das Verhalten anderer zu spiegeln, d.h. das Verhalten gedanklich nachzuvollziehen. Diese Spiegelung ist für das Lernen durch Nachahmen verantwortlich, bspw. für die Erlernung der Sprache beim Menschen. Kürzlich erst entdeckten sie, dass nicht nur das Verhalten, sondern auch Empfindungen gespiegelt werden. Dieses Vermögen wird von ihnen als Empathie oder Einfühlungsvermögen bezeichnet. Das bedeutet aber nicht, dass man die Gefühle des Gegenübers auf gleiche Weise fühlt. Wenn es aber zu einem gemeinsamen Gefühl kommt, bezeichnen sie es als Mitgefühl. 2
Der schottische Philosoph Adam Smith hat bereits im 18. Jahrhundert dieses Vermögen des Menschen und die enorme Auswirkung desselben auf unser Verhalten erkannt. Er entfaltete auf Basis dieses Vermögens eine Theorie, die erklären soll, nach welchen Prinzipien sich der Mensch naturgemäß Urteile über Verhalten und Charakter seiner Mitmenschen und seiner selbst bildet. Für das Mitgefühl verwendet Smith den Begriff der Sympathie. Dieses Essay soll erläutern, worin die Ursprünge des Sympathieprinzips bei Adam Smith liegen, wie er aus diesem seine Theorie entwickelt und zuletzt, welche Bedeutung es für seine Moraltheorie insgesamt hat.
1 V. Gallese, G. Rizzolatti, L. Fogassi und L. Fadiga.
2 Klein 2008, 29-33.
3
1. Ursprung des Sympathieprinzips
Etwa zwei Generationen vor Smith lebte der außergewöhnliche, ebenso schottische Philosoph Anthony A.C. Third Earl of Shaftesbury. Er führte eine völlig neue moralische Theorie ein. Seine Behauptung war, dass der Mensch, so wie er einen Sinn für das Schöne, auch einen Sinn für das sittlich Gute besitzt, einen sog. moral sense. Somit ist er der Begründer der „Gefühlsmoral, [...] die im Gegensatz zur Reflexionsmoral die Motive des sittlichen Handelns in den Gefühlen, Neigungen und Affekten sieht“ 3 . 4
David Hume, Zeitgenosse und enger Freund Smiths, hat in seinen Büchern A Treatise of Human Nature und Of Morals eine Moralphilosophie entwickelt, die sich auf die natürlichen Anlagen des Menschen bezieht. 5 Außerdem hält Hume, der „[sich] in „methodischer Hinsicht [...] an Newton [orientierte]“ 6 , nur eine Erkenntnis auf empirischer Basis für sicher und meint, dass „in der Natur des Menschen Elemente auffindbar sein [müssen], die die Grundlage der Moral bilden können“ 7 . Somit sieht er, wie Shaftesbury und Smiths Lehrer Francis Hutcheson, nicht „in der Vernunft die Quelle der Moral“ 8 . Seiner Meinung nach ist das Handeln des Menschen nicht nur von egoistischen Bestrebungen bestimmt, sondern auch von Sympathie und Menschenliebe. Dies allerdings aus einem ursprünglich eigennützlichen Verlangen nach positiver gesellschaftlicher Resonanz. 9
Hutcheson war Smiths Lehrer am Glasgower College und beabsichtigte sein Interesse für Moralphilosophie zu wecken. Er machte ihn mit den Theorien von Shaftesbury und Hume bekannt, welche Smith als Grundlage für seine eigenen moralphilosophischen Überlegungen diente. Es kann also behauptet werden, dass Smith in gewisser Weise in der Tradition von Shaftesbury, Hume, und Hutcheson steht. Er übernahm Humes methodische Orientierung an Newton, indem er versucht aus der Wahrnehmung entnommenen Alltagsmaximen ein moralisches Prinzip abzuleiten. Dieses wiederum
3 Regenbogen 1999, 240.
4 Vgl. Lutz 1989, 728.
5 Ebd., 378.
6 Ebd., 732.
7 Ebd., 379.
8 Ebd., 379.
9 Vgl. Ebd., 379.
4
Arbeit zitieren:
Niels von Wardenburg, 2009, Erläuterung des Ursprungs und der Funktionsweise des Sympathieprinzips bei Adam Smith, sowie dessen systematische Bedeutung für seine Moraltheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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