FACHHOCHSCHULE KÖLN
Angewandte Sozialwissenschaften
Studiengang BA Soziale Arbeit
Studienleistung im Fach Soziologie
Aspekte sozialer Ungleichheit
Ein Überblick am Beispiel Deutschlands
vorgelegt von:
Corinna Contenius, Hanna Brodesser, Dirk Ulrich, Tanja Kuhlmey,
Stephanie Pollex, Iris Sterzenbach
EINLEITUNG ...1
1. ZUM BEGRIFF "SOZIALE UNGLEICHHEIT" ...1
1.1. SCHICHTEN UND SCHICHTUNGEN ...2
1.2. MOBILITÄT ...2
2. VERTIKALE ASPEKTE SOZIALER UNGLEICHHEIT ...3
2.1. ARMUT UND REICHTUM ...3
2.1.1. ARMUT ALS LEBENSLAGE ...4
2.1.2. ARMUTSRISIKEN UND SOZIALSTAAT ...5
2.1.3. REICHTUM ALS LEBENSLAGE ...5
2.1.4. VERDIENTER REICHTUM? ...6
2.2. BILDUNG ...7
2.2.1. BILDUNGSEXPANSION ...7
2.2.2. SCHICHTSPEZIFISCHE BILDUNGSCHANCEN ...8
2.2.3. BERUFLICHE BILDUNG ...9
3. HORIZONTALE ASPEKTE SOZIALER UNGLEICHHEIT ...10
3.1. UNGLEICHHEIT ZWISCHEN GESCHLECHTERN ...10
3.1.1. FRAUEN UND MÄNNER IN DER ARBEITSWELT ...11
3.1.2. MÜTTER UND VÄTER IN DER ARBEITSWELT ...12
3.2. UNGLEICHHEIT ZWISCHEN GENERATIONEN ...13
3.2.1. "GENERATIONENVERTRAG" - GENERATIONENGERECHTIGKEIT ...13
3.2.2. GENERATIONENSCHICKSAL UND PERSÖNLICHE BIOGRAPHIE ...14
3.3. UNGLEICHHEIT ZWISCHEN ETHNIEN ...15
3.3.1. MIGRANTEN IN DEUTSCHLAND - RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN ...16
3.3.2. LEBENSCHANCEN VON MIGRANTEN IN DEUTSCHLAND ...16
3.3.3. INTEGRATION VERSUS "PARALLELGESELLSCHAFTEN" ...18
4. FAZIT ...19
Literatur und Datenquellen ...20
Einleitung
Die vorliegende Arbeit informiert in knapper Form über zentrale Aspekte sozialer Ungleichheit, wie sie in der deutschen Gesellschaft heute erkennbar sind. Wir beschreiben Ungleichheitsphänomene, stellen (zeit-)geschichtliche Bezüge her und schildern Entwicklungstendenzen. Darüber hinaus ist unser Anliegen, an einzelnen aktuellen Beispielen zu zeigen, in welchem Verhältnis sozialstaatliches Handeln zu bestehenden Ungleichheiten steht. Damit findet der wertneutrale, beschreibende Begriff der "Ungleichheit" immer wieder Anschluss an ethisch geprägte Themenkreise wie "Gerechtigkeit", "Chancengleichheit" oder "Minderheitenrechte". Den Schluss bildet unsere Einschätzung darüber, welche Aspekte sozialer Ungleichheit in der näheren Zukunft am meisten Aufmerksamkeit auf sich ziehen werden.
1. Zum Begriff "soziale Ungleichheit"
Menschen leben im Laufe ihres Lebens typischerweise in unterschiedlichen sozialen Zusammenhängen. Zunächst erlebt sich der Mensch als Teil einer Familie. Später wird er sich unterschiedlichen Gruppen zugehörig fühlen, unter anderem als Einwohner einer Stadt, als Schüler, als Vereinsmitglied, Wahlberechtigter oder Angehöriger einer bestimmten Berufs-, Alters- oder Interessengruppe. Schließlich ist er in allen Lebenslagen dem Gesamtgefüge eingegliedert, das jene Teilgruppen umspannt und in einem nicht scharf abgrenzbaren Begriff "Gesellschaft" genannt wird. Die Position, die der Einzelne in einem Beziehungsgefüge einnimmt, entscheidet darüber, in welchem Ausmaß er am Wohlstand und an den Errungenschaften der jeweiligen Gemeinschaft teilhaben kann, in welcher Weise er seine Fähigkeiten ausbilden und einbringen kann, und ob er das Gesamtgefüge beeinflussen kann.
Der systematisch ungleiche Zugang zu knappen, begehrenswerten Gütern einer Gesellschaft gilt als soziale Ungleichheit. Dabei wird ein absoluter Ungleichheitsmaßstab angelegt, der zu Aussagen über Besser- oder Schlechterstellung führt, jedoch keine Aussage über Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit transportiert (Hradil, 1998, 147). Sozialwissenschaftliche Ungleichheitsforschung hat an dieser Stelle aber natürlich Berührungspunkte mit Sozialpolitik, da sie die Grundlage für das Erkennen von Notlagen bilden und eine gerechtere Ressourcenverteilung anregen kann. (vgl. Kreckel 1997).
Soziale Ungleichheit ist begrifflich von natürlicher Ungleichheit abzugrenzen. Bei der Tatsache, dass Frauen noch im 17./18. Jahrhundert häufig bei Geburten starben, handelt es sich im Verhältnis zu gleichaltrigen Männern um ein Phänomen natürlicher Ungleichheit, da damit jedoch immense soziale Auswirkungen verbunden waren, kann das Geschlecht als determinierender Aspekt sozialer Ungleichheit angesehen werden.
Im Folgenden bezeichnen wir wandelbare Aspekte mit starkem, sachimmanenten Hierarchisierungspotential als vertikal, wie beispielsweise Armut und Reichtum oder Bildung. Naturhaft vorgeprägte Aspekte, die Lebenslagen deutlich positiv oder negativ beeinflussen, ohne für sich genommen eine Hierarchisierung nahe zu legen, werden als horizontal bezeichnet, so z.B. Geschlecht, Ethnie, Generation (siehe auch Geißler 1994, 22).
1.1. Schichten und Schichtungen
In traditionellen Ständegesellschaften herrschte eine klare soziale Zuordnung. Durch Geburt wurden dem Individuum sein Platz in der Gesellschaft und sein Maß an Lebenschancen zugewiesen.
Moderne Industriegesellschaften zeichnen sich dadurch aus, dass soziale Ungleichheiten stark berufs- bzw. erwerbsgeprägt sind. Der Zusammenhang von Bildung, beruflicher Tätigkeit und Einkommenshöhe ist regelhaft und beeinflusst die gesellschaftliche Stellung der Menschen, so dass es sinnvoll erscheint, von "Schichten" zu sprechen. Rainer Geißler empfiehlt, "(…) bei einer Darstellung der ungleichen Verteilung der Lebenschancen die Bevölkerung nach Beruf und Bildung in eine überschaubare Zahl von Schichten zu untergliedern, also in Gruppen, deren Lebenschancen sich typischerweise unterscheiden" (Geißler, 1994, 20).
Wir werden uns in dieser Arbeit mit den Begriffen Unter-, Mittel- und Oberschicht begnügen, sofern wir auf vertikale Ungleichheitsphänomene Bezug nehmen, und auf Binnendifferenzierungen verzichten.
Das Konzept der Schichtungen stößt an seine Grenzen, wenn die vertikalen Aspekte sozialer Ungleichheit ihre Prägekraft verlieren oder in Teilbereichen von horizontalen Aspekten überlagert werden (vgl. Beck 1986, 121ff.). Vertreter neuerer Ansätze sprechen von "sozialen Lagen" und "Milieus", um der Vielfalt und Komplexität individueller Lebenssituationen gerecht zu werden (vgl. Schäfers, 2004, 246ff.).
[...]
Arbeit zitieren:
Corinna Contenius et al., 2006, Aspekte sozialer Ungleichheit, München, GRIN Verlag GmbH
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