Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Politics, Majorities, Minorities

Wahlforschung: Untersuchung der Nichtwähler

Title: Wahlforschung: Untersuchung der Nichtwähler

Term Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexander Mendle (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Phänomen Nichtwähler _ Gefahr oder Normalisierung?

,,Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus"1

Dieser Satz ist unumstritten ein Kernbestand unserer demokratischen Tradition. Die politische Partizipation bei Wahlen gilt in Deutschland als Staatsbürgerpflicht. Die aktive Teilnahme am politischen Entscheidungsprozess dient als Instrument zur Kontrolle, Mitbestimmung und Legitimation von politischer Macht.
Dennoch schwindet die Beteiligung an Wahlen auf allen Ebenen seit dem Rekordwahlergebnis der Bundestagswahl 1972 mit 91,1 Prozent kontinuierlich: zum Beispiel sank die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen 1987 auf 84, 3 Prozent, 1990 sogar auf 77,8 Prozent, um sich dann in den Jahren 1994 und 1998 bei ungefähr 80 Prozent zu stabilisieren.2
Besonders auffallend ist die Zunahme der Wahlenthaltung auf kommunaler Ebene beziehungsweise bei Landtagswahlen, bei denen oftmals die ,,Partei der Nichtwähler" die beiden großen Volksparteien CDU/CSU und SPD überflügelt.
Den starken Rückgang der Wahlbeteiligung bezeichnet der Wahlforscher Eilfort als ,,(...) eines der herausragenden politischen Phänomene dieser Jahre."3 Doch wer ist Nichtwähler? Setzen sie sich aus einer einzelnen Schicht oder sozialem Milieu zusammen? Welche Gründe oder Ursachen führen zu Wahlabstinenz? Signalisiert die steigende Zahl von Nichtwähler eine Gefahr für das politische System, oder ist sie Anzeichen für eine Normalisierung in einer intakten Demokratie?
Diese Arbeit soll dem Leser Aufschluss über die Zusammensetzung der Nichtwählerschaft, ihre soziologischen Merkmale und mögliche Ursachen und Gründe ihrer Wahlabstinenz geben. Darüber hinaus sollen die steigenden Nichtwähleranteile aus demokratietheoretischem Blickwinkel beurteilt werden.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A) Phänomen Nichtwähler – Gefahr oder Normalisierung?

B) Untersuchung der Nichtwähler

1. Typologie der Nichtwähler

1.1 Der technische Nichtwähler

1.2 Der grundsätzliche Nichtwähler

1.3 Der konjunkturelle Nichtwähler

2. Methodische Probleme der Wahlforschung

3.1 Datenschutz und Aggregatdatenanalyse

2.2 Unaufrichtige Nichtwähler und „Overreporting“

2.3 Verschiedene Forschungsansätze zum Wahlverhalten

3. Untersuchung der Nichtwähler auf Individualdatenebene

3.1 Alter und Geschlecht

3.2 Konfession, Kirchgangshäufigkeit und sozio-geografische Faktoren

3.3 Sozio - ökonomische Faktoren und Grad der sozialen Integration

3.4 Cross - Pressure- Theorie

4. Wertewandel: Postmaterialismustheorie

5. Sinkende Wahlbeteiligung – Normalisierungstrend oder Krisensymptom?

5.1 Normalisierungsthese

5.2 Krisenthese

C) Wahlbeteiligung – kein Gradmesser für die Qualität des politischen Systems

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der sinkenden Wahlbeteiligung in Deutschland, analysiert die soziologischen Hintergründe der Nichtwähler und bewertet die Entwicklung aus demokratietheoretischer Perspektive.

  • Typologisierung von Nichtwählern (technisch, grundsätzlich, konjunkturell).
  • Methodische Herausforderungen der Wahlforschung und Datenanalyse.
  • Soziologische Determinanten wie Alter, Geschlecht und Status.
  • Einfluss des Wertewandels und der Postmaterialismustheorie.
  • Kontroverse Diskussion zwischen Normalisierungs- und Krisenthese.

Auszug aus dem Buch

1. Typologie der Nichtwähler

Anhand von Ergebnissen der Wahlforschung, lässt sich die Gruppe der Nichtwähler grob in drei Typen einteilen: den technischen, den grundsätzlichen und den konjunkturellen Nichtwähler. Weil das Lager der Nichtwähler heterogen ist, liegen oftmals unterschiedliche Beweggründe für eine Wahlenthaltung vor. Deswegen ergeben sich für die Wahlforschung Probleme bezüglich der Allgemeingültigkeit ihrer Ergebnissen über das Nichtwählerverhalten.

1.1 Der technische Nichtwähler

Unter die Gruppe der technischen oder unechten Nichtwähler fallen Personen, die fälschlicherweise noch im Wahlverzeichnis geführt werden, aber aus „technischen“ Gründen, wie Tod, Unfall oder Umzug in eine andere Gemeinde ohne ordnungsgemäße Abmeldung zur Wahlenthaltung „gezwungen“ sind. Außerdem kann es zu Komplikationen bei der Briefwahl kommen, wenn das Kuvert mit den Wahlunterlagen zu spät zurückkommt, oder wenn der Briefwähler vergessen hat den Wahlschein mitzuschicken. Die Wahlforschung geht davon aus, dass die Gruppe der technischen Nichtwähler ungefähr 4-5% der Gesamtwählerschaft ausmacht und „(...)selbst bei einer quasi-totalen Mobilisierung maximal eine Wahlbeteiligung von ungefähr 95% erreichbar scheint.“

Dennoch hat diese Gruppe an Bedeutung nicht weiter zugenommen, weil die Wahlämter heute durch den Einsatz von Computern professioneller ausgestattet und somit die Wahlverzeichnisse präziser sind. Andererseits betreffen die technischen Nichtwähler mit großer Wahrscheinlichkeit alle Wählerschichten und Parteien gleich.

Zusammenfassung der Kapitel

A) Phänomen Nichtwähler – Gefahr oder Normalisierung?: Einleitung in die Bedeutung politischer Partizipation und Skizzierung der rückläufigen Wahlbeteiligung seit 1972.

B) Untersuchung der Nichtwähler: Detaillierte Analyse der Nichtwählergruppen, methodischer Probleme, sozio-ökonomischer Faktoren sowie theoretischer Erklärungsansätze für Wahlenthaltung.

C) Wahlbeteiligung – kein Gradmesser für die Qualität des politischen Systems: Abschließende Einschätzung, dass die sinkende Beteiligung nicht zwangsläufig das Scheitern einer Demokratie bedeutet.

Schlüsselwörter

Nichtwähler, Wahlforschung, Wahlenthaltung, Wahlbeteiligung, Demokratietheorie, Normalisierungsthese, Krisenthese, politische Partizipation, Individualisierung, Wertewandel, Postmaterialismus, Wahlverhalten, Soziologie, Politische Kultur, Politikverdrossenheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der zunehmenden Wahlenthaltung in Deutschland und analysiert, ob diese Entwicklung eine Gefahr für die Demokratie darstellt oder einen normalen gesellschaftlichen Wandel widerspiegelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Typologie der Nichtwähler, methodische Schwierigkeiten bei der Erhebung von Daten zum Wahlverhalten sowie soziologische Erklärungsansätze für die Wahlenthaltung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Aufschluss über die Zusammensetzung der Nichtwählerschaft, ihre Merkmale und Beweggründe zu geben und die steigenden Nichtwähleranteile demokratietheoretisch einzuordnen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse aktueller politikwissenschaftlicher Veröffentlichungen (insb. Eilfort, Kleinhenz) und vergleicht statistische Daten aus Repräsentativstatistiken und Umfragen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Kategorisierung der Nichtwähler, eine Diskussion methodischer Probleme bei der Datenerhebung sowie eine Analyse individueller Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und sozialer Status.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nichtwähler, Wahlforschung, Demokratie, Normalisierungsthese, Krisenthese, Partizipation und politisches System.

Warum fällt es der Forschung schwer, Nichtwähler exakt zu erfassen?

Datenschutzbestimmungen verhindern den Zugriff auf Wählerverzeichnisse nach der Wahl, und Umfragen leiden unter dem „Effekt der sozialen Erwünschtheit“, da sich viele Menschen scheuen, ihre Wahlabstinenz zuzugeben.

Was besagt die „Normalisierungsthese“ im Gegensatz zur „Krisenthese“?

Die Normalisierungsthese betrachtet die sinkende Wahlbeteiligung als Ausdruck einer reifen Demokratie, in der das Wählen als optionale Handlung gesehen wird. Die Krisenthese hingegen wertet sie als Signal für eine tiefgreifende Vertrauenskrise und politische Entfremdung.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Wahlforschung: Untersuchung der Nichtwähler
College
University of Augsburg  (Lehrstuhl für Poltikwissenschaft)
Course
Einführung in die Politikwissenschaft
Grade
1,0
Author
Alexander Mendle (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V4102
ISBN (eBook)
9783638125413
Language
German
Tags
Wahlforschung Nichtwähler Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Mendle (Author), 2002, Wahlforschung: Untersuchung der Nichtwähler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4102
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint