ADHS und der Systemische Ansatz


Hausarbeit, 2007
9 Seiten, Note: 2.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Der systemische Ansatz – Systemtheorie in der sozialen Arbeit
2.1) Über den systemischen Ansatz
2.2) Systemische Sozialarbeit

3) Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen
3.1) Diagnostik
3.2) Behandlung

4) ADHS und der systemische Ansatz

QUELLEN

1) Einleitung

Diese kleine Arbeit soll sich mit der Anwendung des systemischen Ansatzes in der Sozialarbeit bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)beschäftigen. Hierbei möchte ich erst einen knappen Einblick in die Systemtheorie und den systemischen Ansatz der Sozialarbeit geben, dann einen Überblick über das Krankheitsbild ADHS , sowie den normalen Weg der Behandlung dieser Krankheit /Verhaltensstörung beschreiben und als letztes darlegen, wo es Ansatzpunkte für die systemische Sozialarbeit geben könnte.

2) Der systemische Ansatz – Systemtheorie in der sozialen Arbeit

Der systemische Ansatz in der Sozialen Arbeit unterscheidet sich massiv zu dem bis in die 1980er Jahre verwendeten linearen Ansatz. Während der lineare Ansatz an die Persönlichkeitstheorie von Freud angelehnt war – und somit zur Problemlösung dessen Ich-Stärkung förderte – ging der systemische Ansatz einen ganz anderen Weg: Hierbei wurde nicht nur der Blick auf den Klienten und seine Probleme gelegt, man bezog nun auch das soziale Umfeld in die Beobachtung und in die Arbeit mit ein. Peter Lüssi formulierte schließlich einen handlungsorientierten systemischen Ansatz für sozialarbeiterisches Handeln.[1] [1]

2.1) Über den systemischen Ansatz

Systeme sind geordnete Gebilde jeder Art, die sich aus einer Menge von Elementen zusammensetzen, zwischen denen Wechselbeziehungen bestehen. Diese Wechselbeziehungen bilden eine bestimmte Ordnung und verbinden die Elemente zu einer höheren Einheit, dem System. Soziale Systeme sind hierbei besonders zwischenmenschliche Beziehungen, welche sich an verbalen, nonverbalen und materiellen Interaktionen der einzelnen Elemente untereinander erkennen lassen. Die Elemente dieser sozialen Systeme werden hierbei durch einzelne Menschen gebildet. Zwischen ihnen bestehen Wechselbeziehungen, die sich zu einem höherem Ganzen, dem System verbinden. Verändert sich also ein Teil des Systems, verändern sich die anderen Teile des Systems gleichermaßen. Dies lässt sich am besten mit einem Mobile vergleichen – setzt man ein Teil des Mobiles in Bewegung, bewegen sich die anderen Teile auch. Soziale Systeme sind ebenfalls offen gegenüber ihrem sozialen Umfeld. Sie stehen in Beziehung zu Organisationen und pflegen persönliche Beziehungen zu Menschen in ihrem sozialen Umfeld. Ebenfalls unterteilen sich Soziale Systeme in Subsysteme. Diese sind Teile übergeordneter Systeme ( z.B. das Subsystem „Familie“ als Teil des Systems „Gesellschaft“ / „Eltern“ als Subsystem des Systems „Familie“ ). Innerhalb dieses Netzes von Ober – und Untersystemen ist jedes System abhängig von seinem jeweiligen Ober- und Untersystem. Die einzelnen Systeme sind allesamt durchlässig und nicht als abgeschlossen zu betrachten. [2] Nach diesem Ansatz befasst man sich also nicht nur mit dem Symptomträger eines Problems sondern betrachtet das ganze System, in dem er sich befindet.

2.2) Systemische Sozialarbeit

Die Systemische Sozialarbeit verfolgt das Ziel, den Klienten (wieder) in die Lage zu versetzen, seine vielfältigen Kompetenzen und Ressourcen auch in den Verhaltensbereichen zu nutzen, welche gegenwärtig als problematisch erlebt werden. Diese Handlungsweise entspricht also dem sozialarbeiterischen Grundsatz von Hilfe zur Selbsthilfe. Hierbei ist zu beachten, dass Systemische Sozialarbeit ihren Schwerpunkt auf Kommunikation und Interaktion sowie die Verknüpfung von Rollen und Regeln im System legt. Es wird sich nicht auf die Probleme des Klienten konzentriert, sondern auf seine Lösungsressourcen. Die angebotenen Probleme eines Klienten werden in der Systemischen Sozialarbeit als Lösungsversuche verstanden und somit wird auf sie Bezug genommen. Es existiert auch keine Sichtweise von „richtig“ oder „falsch“ sondern eher die Ansicht von Funktionalität und Dysfunktionalität . Sorgfältiger Bezug wird in der Systemischen Sozialarbeit auf Bewahren und Verändern genommen: Erst wenn das Bewahren gesichert ist, ist das System offen für Veränderungen. Der Grundsatz ist weiterhin der des Verstehens, nicht der des Bewertens. Innerhalb der Systemischen Sozialarbeit ist man der Allparteilichkeit gegenüber unterschiedlichen Kräften, Zielen, Arbeitsweisen und Systemen bemüht. Schlussendlich wird versucht, mit Zielvereinbarungen zu arbeiten und Erfolgskriterien zu fokussieren.

3) Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) (auch als Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom oder Hyperkinetische Störung (HKS) bezeichnet) ist eine bereits im Kindesalter beginnende psychische Störung, die sich primär durch leichte Ablenkbarkeit und geringes Durchhaltevermögen, sowie ein leicht aufbrausendes Wesen mit der Neigung zum Handeln ohne nachzudenken, häufig auch in Kombination mit Hyperaktivität (ADHS), auszeichnet. Den Statistiken zu Folge zeigen heute 3-10% aller Kinder Symptome im Sinne der ADHS, wobei die Störung bei Jungen wesentlich häufiger diagnostiziert wird als bei Mädchen.[2] [3] Es existieren weiterhin alternative Bezeichnungen und Abkürzungen, welche teilweise übereinstimmende Krankheitsbilder beschreiben, teilweise spezielle Ausprägungen bezeichnen. Verbreitet ist: Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS), inzwischen veraltet sind Minimale Cerebrale Dysfunktion (MCD) und Psychoorganisches Syndrom (POS). International sind die Bezeichnungen Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD), bzw. Attention Deficit Disorder (ADD) üblich.

[...]


[1] Auch wenn Lüssi als Begründer der Systemischen Sozialarbeit gilt, ist es schwer vorstellbar, dass er die Methode/Handlungsart entwickelt hat. Vielmehr kann man wohl annehmen, dass er es war, der sie als erstes schriftlich gefasst hat.

[2] Diese Zahlen variieren je nach Umfrage, der internationale Durchschnitt für Jungen wurde jedoch auf 9,2% berechnet (5,8% - 13,6%) und der für Mädchen auf 2,9% (1,9% - 4,5%).

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
ADHS und der Systemische Ansatz
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Veranstaltung
Handlungsarten der soz. Arbeit
Note
2.0
Autor
Jahr
2007
Seiten
9
Katalognummer
V150141
ISBN (eBook)
9783640616848
ISBN (Buch)
9783640616602
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Systemik, Sozialarbeit, soziale Systeme, ADS, ADHS
Arbeit zitieren
Dipl.-Soz. Arb. Felix Münter (Autor), 2007, ADHS und der Systemische Ansatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150141

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