Vortrag Deutsch-Gk 12/2 Heinrich Böll - „Wo warst Du, Adam?“
- Herbst 1938: wurde zum Arbeitsdienst eingezogen (um studieren zu dürfen)
- 1939: kam zur Wehrmacht wurde als Infanterist an der Ost- und Westfront eingesetzt, schreibt in dieser Zeit täglich Briefe an Familie und Freundin; will nicht Offizier werden - versucht Dienst zu entkommen (Freistellungsgesuche, zieht sich künstlich Krankheiten zu, fälscht Urlaubsscheine; wird viermal verwundet)
- 1944: Tod der Mutter durch einen Herzinfarkt nach einem Fliegerangriff
- 9. April - 15. September 1945: in englischer und amerikanischer Kriegsgefangenschaft
- 8. Mai - Kriegsende - Autoren konnten wieder frei wirken
- in Köln zurück: studierte Germanistik, arbeitete als Hilfsarbeiter
- 1947/ '48/ '50: Söhne Raimund, Renè und Vincent geboren
- 1947: erste Kurzgeschichte "Der Zug war pünktlich" erschien, erste Romane u.a. „Wo warst du Adam?“, „Und sagt kein einziges Wort“
danach in rascher Folge Erzählungen, Romane und Hörspiele - Bücher in über 30 Sprachen übersetzt
- 1951: erhielt Literaturpreis der "Gruppe 47"
- 1967: Georg - Büchner - Preis
- 1971 - 74: Präsident des Internationalen PEN - Clubs (Poet, Essayists, Novelists -Dichter, Essayisten, Romanschriftsteller).
- 1972: Hetzkampagne der Bild, da Böll sich in Spiegel gegen Bild äußerte, weil diese einen Überfall sofort auf „Baader-Meinhof-Bande“ schob
- 10. Dezember 1972 : Nobelpreis für Literatur
- 1974: beschloss aus Katholischer Kirche auszutreten - Grund: Erhebung der Kirchensteuer, die der "Kirche eine Basis wie einem Großunternehmen" gäbe, aber auch mit der "militanten Rolle, welche die Kirche im Nachkriegsdeutschland gespielt habe
- 1974: Verleihung der Carl - von - Ossietzky - Medaille
- 1983: Ernennungsurkunde zum Professor und Ehrenbürger seiner Heimatstadt Köln
- 16. Juli 1985: starb im Alter von 67 Jahren in Langenbroich an den Folgen einer lang andauernden Leberkrankheit aufgrund Rauchens
- drei Tage später auf dem Friedhof von Bornheim-Merten in der Nähe von Köln unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, von Schriftstellern und Politikern - unter ihnen Bundespräsident Richard von Weizsäcker - beigesetzt Predigt: "Wir bitten in Namen des Toten um Frieden und Abrüstung, Dialogbereitschaft, gerechte Verteilung der Güter, Versöhnung der Völker untereinander und Nachlass der Schuld, die vor allem uns Deutsche drückt"
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Vortrag Deutsch-Gk 12/2 Heinrich Böll - „Wo warst Du, Adam?“
- insg.:
Wichtige Werke:
1947: Der Zug war pünktlich 1950: Wanderer, kommst du nach Spa... 1951: Wo warst du , Adam? 1954: Haus ohne Hüter 1955: Das Brot der frühen Jahre 1958: Doktor Murkes gesammeltes Schweigen 1959: Billard um halb zehn 1963: Ansichten eines Clowns 1974: Die verlorene Ehre der Katharina Blum 1983: Die Verwundung 1985: Frauen vor Flusslandschaft
„Wo warst Du, Adam?“
allgemeines:
- zählt zu den ersten Romanversuchen
- versucht die katastrophalen Erfahrungen von Krieg und Nachkriegszeit und die Suche nach Überlebensstrategien in eine lakonische Erzählsprache (wortkarg, einsilbig; kurz und treffend) umzusetzen
- exemplarisch für die Trümmerliteratur
Ort des Geschehens:
- Östliche Front in den letzten Jahren des zweiten Weltkrieges
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Vortrag Deutsch-Gk 12/2 Heinrich Böll - „Wo warst Du, Adam?“ Personen:
- Oberst Bressen, dessen Name erst im zweiten Kapitel genannt wird
- Feldwebel Alois Schneider
- Hauptmann Bauer
- Ungarin Szarka, die Obst und Gemüse ins Lager bringt
- Greck und (Adam) Feinhals; beide sind im gleichen Lazarett stationiert
- Grecks Ängste und Gedanken werden bis ins kleinste Detail peinlich genau beschrieben
- jüdische Lehrerin Ilona, die sich in Feinhals verliebt hat
- Filskeit, der in einem Konzentrationslager Obersturmführer ist; ist Rassist; hat dunkle Haare und dunkle Augen; schwärmt für zwei Dinge: den Rassengedanken und den gemischten Chor
- General, der von den Amerikanern gefangengenommen wurde
Inhalt:
- handelt vom Krieg (Ostfront) - hauptsächlich Charakterisierung der einzelnen Personen (fast alle Bev.-schichten - von Barmann bis General) - besteht aus neun unabh. Kurzgeschichten (lediglich einzelne Figuren kehren in manchen Kapiteln wieder auf/werden erneut erwähnt) „neun Bilder“
- fängt mit der Beschreibung der Stimmung der Soldaten an, die in eine Schlacht müssen
o sind müde und gleichgültig
o Stimmung von Leutnant Feinhals, während des Marschierens wird besonders ausführlich beschrieben will sich eigentlich fallen lassen, aber irgendwie treibt es ihn doch weiter zu marschieren
o Schlacht geht verloren, dann treffen sie sich alle im Lazarett wieder - Oberst ist verletzt
o Zweites Kapitel: Krankenstation - aus der Sicht des Oberst Bressen erzählt
o Drittes Kapitel (längstes) - zentrale Figuren: Feldwebel Alois Schneider und Bauer (Hauptmann)
Vortrag Deutsch-Gk 12/2 Heinrich Böll - „Wo warst Du, Adam?“
o Viertes Kapitel: Lazarettwechsel - Feinhals und Greck, dessen Gedanken und Ängste genau beschrieben werden, liegen auf der gleichen Station
o Fünftes Kapitel: als Feinhals wieder genesen ist, lernt er Ilona kennen, beide verlieben sich ineinander - müssen sich aber trennen, weil Feinhals einen Marschbefehl erhält und Ilona Familie im Ghetto sehen will Soldaten wurden von einem roten Möbelwagen abgeholt
o 6. Kapitel: erreichen Dorf, um dort Schlacht auszutragen
o Siebtes Kapitel: Ilona wird mit anderen Juden in ein KZ gebracht
Vortrag Deutsch-Gk 12/2 Heinrich Böll - „Wo warst Du, Adam?“
o Achtes Kapitel: Feinhals ins polnische Gebirge versetzt, um dort beim Bau einer Brücke als Architekt zu helfen (wurde früher von Partisanen gesprengt)
o 9. Kapitel: Feinhals kehrt wieder in seine Heimatstadt zurück - wird bei seiner Ankunft beschossen
wichtig (auch in Hinblick auf typisch für Trümmerliteratur):
- nicht Schlacht im Vordergrund, sondern einzelner Mensch
- taucht mit Liebe zwischen Adam und Ilona in Schreckenswelt der Juden ein -Umgang wird so beschrieben, als wären sie ein seelenloses „Ding“
- (organisierte) Sinnlosigkeit des Krieges - Bsp. mit:
o Kriegsverfahren gegen Hauptmann Bauer, der praktisch im Koma liegt
o Lazarett wegen Missverständnis zerstört
o Brückenaufbau nach Brückenzerstörung, worauf Brückenzerstörung folgte
o Tod Feinhals’ vor eigenem Elternhaus
o Krieg führt vom Leben in den Tod - unabhängig vom Dienstgrad, Geschlecht ...
- moderne Krieg ist selbstständige Maschinerie
- erfährt Adams Gefühle, Gedanken, oder Ansichten nicht, Fkt. des Beobachters; Hdlg. hat oft nichts mit ihm zu tun (nur Anfang, 5. und 9. weiter im Vordergrund)
- Buch: werden keine Schlüsse werden gezogen - bleiben Leser überlassen, direkte Ausdrucksweise
Wirkung: kahl/unmenschlich - Grausamkeit komplett präsentiert Vorteil: man kann sich selbst Bild über Werk machen
Böll war an vielen Kriegsschauplätzen selbst anwesend, Hintergrund ebenfalls erlebt (Lazarett/Kampfhandlungen) nach Krieg der erste, der eine KZ-Szene schildert
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Vortrag Deutsch-Gk 12/2 Heinrich Böll - „Wo warst Du, Adam?“ Form/Sprache:
- 9 Kapitel - 9 lose verknüpfte Kurzgeschichten fiktionaler erzählerischer Text (in Prosa - Sprechweise wie Alltag - verfasst) mit beträchtlicher Länge moralischer Roman
- Erzähler: allwissend - greift zudem in Vergangenheit zurück auktorialer Roman
- Sprache: einfach, nüchtern, realistisch, wenige Symbole - präzise und „hart“ - Bilder dadurch scharf
- Symbol: anfangs Aufteilung der Truppe (von 3 x 333 Mann bis hin zu Feinhals allein steht für weiteren Verlauf des Romans)
- weniger wichtig, Personen zu beschreiben, sondern an ihnen Routine zu zeigen
- Name Adam - symbolhaft für menschliche Schöpfung: zerstört sich im Krieg!
Absichten Bölls:
- Krieg: kein Abenteuer, sondern ansteckende Krankheit (siehe anfangs ZITAT)
- zeigt immer wieder Sinnlosigkeit des Krieges verzerrt und idealisiert Wirklichkeit nicht Roman = Anklage, Mahnruf gegen den Krieg ruft zur Humanität auf
Quellen:
- Buch „Wo warst Du, Adam?“ - quasi allein für Inhalt/Interpretation herangezogen
- unterstützend:
o http://www.entreriosonline.com.br/lit190.htm
o http://members.aol.com/germlit/Page/boell.html
o http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_B%F6ll
o http://www.hausarbeiten.de/rd/faecher/hausarbeit/del/15823.html
o http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_ab/boell.html
o http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/epik/boell.htm
o http://www.whv.shuttle.de/whv/kaethekollwitz/deutsch/maja.htm
o http://www.schiller-gymnasium-hof.de/index.php3?ID=70
o http://www.boell.de/
o http://www.heinrich-boell.de/
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Torsten Mosler, 2004, Böll,Heinrich - Wo warst du, Adam? Westdeutsche Nachkriegsliteratur - Trümmerliteratur #, München, GRIN Verlag GmbH
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