Inhaltsverzeichnis:
1. Einführung. S.1
2.Die Nutzer. S.3
2.1.Nutzereinteilung allgemein. S.3
2.2.Kinder und Jugendliche. S.6
3.Gründe für den erhöhten Konsum. S.8
4.Auswirkungen auf die schulischen Leistungen. S.10
4.1.Minderungshypothese. S.10
4.2.Fernsehen als Bildungsinstrument: Stimmulierungshypothese. S.14
5 Schluss S 15
1. Einführung
Neue Medien sind aus unserem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken. Bis auf wenige Ausnahmen (Eichmann 2000: 11 1 ) werden Fernsehen und Internet weltweit flächendeckend genutzt. Damit ist ein schier unendlicher Zugriff auf Information für einen gewaltigen Teil der Menschheit gewährleistet. Doch nicht jeder nutzt dieses Angebot auf die gleiche Weise. Die heutigen Generationen von Kindern und Jugendlichen wachsen von klein auf mit Medienverständnis und Mediennutzung auf, da ihnen dies bereits im schulischen Alltag nahe gelegt wird. Mehr noch findet dies jedoch in der privaten Nutzung während der Freizeit statt (Meister u. a.: 21). Vor allem das Fernsehen erlangt eine breite Nutzung und ist dabei zum Leitmedium geworden. In nahezu allen deutschen Haushalten ist ein Fernsehgerät vorhanden und in circa 20 Prozent fand sich sogar schon im Jahr 2000 eines im Kinderzimmer (Myrtek/ Scharff 2000: 15). Die Inhalte, die im Fernsehen und den Medien vermittelt werden, lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Unterhaltung und Information.
Diese werden von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich genutzt und diese Nutzung kann verschiedene Gründe, aber auch verschiedene Auswirkungen haben.
Die Wirkung der Neuen Medien und vor allem des Fernsehens sind höchst umstrittene Themen in der Wissenschaft, vor allem wenn es um deren Wirkung auf Kinder und Jugendliche geht. Und auch Eltern und Kinder sind sich selbst der möglichen schädlichen Wirkung des Fernsehens bewusst. Viele Eltern lehnen Fernsehkonsum ihrer Kinder ab, da sie Ablenkung und Konzentrationsstörungen ihrer Kinder befürchten. Der Großteil der Kinder beantwortet die Frage, ob viel oder wenig Fernsehen besser sei mit Zweiterem (Myrtek/ Scharff 2000: 13). Dennoch Ist Fernsehen bei den meisten Kindern und Erwachsenen die häufigste Freizeitbeschäftigung. Seit einigen Jahren findet die Kinder- und Jugendmedienforschung einen starken Zuwachs an Interesse, nachdem sie lange Zeit nahezu unbeachtet blieb 2 . Inhalte hierbei sind vor allem die Bedeutung der Medien auf die Freizeitgestaltung, die Inhalte und die Dauer des Konsums, die Identitätsbildung und vor allem die schulischen Leistungen (Meister u.a.2007: 21). Untersucht werden hierbei jedoch nicht nur das Fernsehverhalten, sondern auch die jugendlichen Konsumenten selbst und deren Umfeld. Es sind bedeutende Zusammenhänge der verschiedenen Indikatoren und der Mediennutzung entdeckt worden.
Wichtig sind hierbei die strukturellen Bedingungen wie regionale Herkunft, alternative
1 Eichmann spricht von sogenannten „schwarzen Löchern“ oder „weißen Flecken“. Damit sind nicht nur Gebiete in der dritten Welt gemeint, sondern auch Teile der großen Städte oder abgelegene Orte in der westlichen Welt, in denen Neue Medien auf wenig bis keine Nachfrage treffen. Dies kann an Armut und der fehlenden Technik liegen oder aber auch an schlichtem Desinteresse oder dem Mangel an Wissen.
2 Bis auf einige Ausnahmen, zum Beispiel Daniel Anderson, der sich schon in den Achtzigerjahren mit dem Thema befasste. Oder den Pionieren Ball und Bogartz, die bereits 1970 die ersten Studien zur Sesamstraße veröffentlichten.
Möglichkeiten der Freizeitaktivität, Größe der Gemeinde, Bildungsniveau der Eltern, Alter und Geschlecht.
Eine weitere wichtige Rolle spielen die „personenbezogenen Ressourcen“ (Meister u.a. 2007: 24), zu denen kulturelles Kapital (= die besuchte Schulart), ökonomisches Kapital (= verfügbares Geld, eigenes, sowie das der Eltern), Medienumwelt (= wie verfügbar sind Medien im Umfeld) und soziales Kapital (= Geborgenheit in der Familie, Einfluss des Freundeskreises) zählen. Um sich ein genaues Bild der untersuchten Person zu machen, fließen häufig auch Mitgliedschaften in Vereinen und Organisationen, Zugehörigkeit zu Jugendszenen und bestimmte Interessen, wie zum Beispiel besonderes Technik- oder Politikinteresse mit ein in die Untersuchungen. Manche Forscher gehen sogar so weit, Erziehungsverhalten und -konzepte, sowie die Weltanschauung der Eltern mit einzubeziehen (Schorr 2009: 36). In der Forschung gibt es im allgemeinen zwei differierende Positionen. Die einen sind Anhänger der Stimmulierungshypothese, das heißt sie befürworten Fernsehkonsum, wenn er „richtig“ angewandt wird. Diese Forscher bauen auf Informations- und Bildungssendungen, auch schon bei kleinen Kindern. Unterhaltungsprogramme und Gewaltdarstellungen in Inhalten lehnen sie jedoch ab. Die andere Position ist die der Minderungshypothesen. Hierbei wird grundsätzlich auf die Gefahren des Medienkonsums, physische und psychische Schäden anzurichten, gezielt. (Mößle/Kleinmann/ Rehbein 2007: 21). Wie Ennemoser (2003: 19) anführt, stellen die meisten Forschungsarbeiten nur einen der beiden möglichen Wege dar. Die Forscher entschieden sich also entweder für eine Haltung, die dem Fernsehen eine entwicklungshemmende Wirkung zuschrieb oder die pädagogisch förderlichen Aspekte des Fernsehens hervorhoben. Diese Arbeit soll einen Einblick in beide Theorien ermöglichen.
Doch die entscheidende Frage ist, in welcher Weise ein hoher Fernsehkonsum sich auf den Umgang mit der eigenen Sprache auswirkt. Dies ist anhand von Vergleichen der Schulnoten in Deutsch (bei deutschen) und in Englisch (bei englischsprachigen, in dieser Arbeit amerikanischen) Schülern nachzuweisen.
2. Die Nutzer
2.1. Nutzereinteilung allgemein
Wenn man über Medienkonsum und im speziellen über Fernsehnutzung schreibt, ist es wichtig und nützlich die betrachteten Konsumenten in Kategorien einzuteilen. Hubert Eichmann nimmt diese Kategorisierung in Gestalt von „informationsorientierten Wenigsehern“ und
„unterhaltungsorientierten Vielsehern“ vor (Eichmann 2000: 203).
Mit den Begriffen „Informationselite und Unterhaltungsproletariat“ (Eichmann 2000: 194) ist dieses Phänomen noch drastischer beschrieben: Das Fernsehen ist ein Leitmedium und wird von nahezu allen Bevölkerungsgruppen genutzt. Dies geschieht allerdings aus unterschiedlichen Intentionen und Interessen, was durch die wachsende Vielfalt an Programmen und der voranschreitenden Ausdifferenzierung der Kanäle noch verstärkt wird.
Auch unterschiedliche Fernsehnutzungszeiten weisen auf einen differentiellen sozialen Hintergrund hin. Die eine Gruppe, bei Eichmann als „unterhaltungsorientierte Vielseher“ bezeichnet, eine Bezeichnung für Personen, die am Stichtag der Erhebung 3 mehr als 60 Prozent der Fernsehzeit mit Unterhaltungssendungen verbrachten, setzt sich vor allem aus Rentnern und Arbeitslosen, sowie Hausfrauen oder „Wenigbeschäftigten“ zusammen. Häufig sind dies Menschen mit einer geringen Bildung und einem niedrigen Einkommen, ein großer Anteil von ihnen ist weiblich. Die Gruppe zeichnet sich vor allem durch einen Überschuss an täglich vorhandener Zeit aus, welche durch Unterhaltungsprogramme gefüllt wird. Regelmäßig rezipierte Sendungen zu bestimmten Zeiten lassen sogar das Gefühl eines mit Terminen gefüllten Kalenders oder Stundenplans entstehen. In erster Linie werden von Angehörigen dieser Kategorie private Fernsehsender konsumiert. Diese nehmen dort vor allem Angebote aus den Bereichen Show, Serie oder Spielfilm wahr, meist in fiktionaler Form, aber auch als nonfiktionale Angebote, wie zum Beispiel Reality- Shows oder Talkshows. Diese Formate sind geeignet für relativ immobile Zuschauer mit überdurchschnittlich viel Zeit und geringen Ressourcen für andere Hobbies. Da in dieser Kategorie von einem geringen Bedürfnis an politischer Partizipation ausgegangen wird, besteht der Hauptaspekt der Fernsehnutzung in der Unterhaltung. In der Literatur wird dies sogar als „Ersatzhobby“ bezeichnet (Eichmann 2000: 209).
Die andere Gruppe, welche Eichmann „informationsorientierte Wenigseher“ nennt und die am Stichtag der Erhebung mehr als 60 Prozent ihrer Rezeptionszeit mit Informationssendungen verbrachte, sind überwiegend Personen die über eine höhere Bildung verfügen, ein eher
3 Eichmann beruft sich auf die Langzeitstudie Massenkommunikation von Kiefer von 1996. Aufgrund der lange veralteten Zahlen der Erhebung gebe ich diese nicht an, sondern berufe mich lediglich auf Folgerungen der Ergebnisse.
Arbeit zitieren:
Sebastian Leben, 2010, Fernsehen macht dumm! , München, GRIN Verlag GmbH
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