Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 LINGUISTISCHE GRUNDLAGEN DER ORTHOGRAPHIE 4
2.1 GRUNDLAGEN DES AUTORENKOLLEKTIV 4
2.1.1 Gesellschaftliche Rolle der Orthographie 4
2.1.2 Orthographie als Wissenschaft. 4
2.1.3 Die Funktion und die Stellung der Schreibung 5
2.1.4 Ebenen des Sprachsystems 5
2.1.5 Prinzipien der Orthographie. 6
2.2 ERWEITERUNG DURCH GERHARD AUGST. 8
2.2.1 Augsts Sicht auf die Prinzipien 8
2.2.2 Geschriebene und gesprochene Sprache 9
2.2.3 Laut-Buchstabe. 9
2.2.4 Phonem-Graphem-Beziehung 10
2.3 KRITIK AN DEN PRINZIPIEN DER ORTHOGRAPHIE 11
2.3.1 Kritik von Horst Haider Munske 11
2.3.2 Kritik von Ursula Meyer-Schepers 11
3 FAZIT. 13
4 LITERATURVERZEICHNIS 14
2
1 Einleitung
Für Lehrerinnen und Lehrer ist es für den Deutschunterricht in der Grundschule unerlässlich, sich mit den sprachwissenschaftlichen und den psycholinguistischen Forschungsbefunden zum Schriftspracherwerb auseinander zu setzen. Dies schafft die Grundlage für einen lernförderlichen Unterricht und vermeidet falsche Vermittlungspraktiken. Dass im Bereich des Schriftspracherwerbs im Unterricht enorme Schwächen vorhanden sind, wurde durch die PI-SA-Studie deutlich.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den linguistischen Grundlagen der Orthographie. Als grundlegend ist hierbei die Arbeit des Autorenkollektivs unter der Leitung von K.-E. Sommerfeldt, G. Starke und D. Nerius 1 zu nennen, die die Orthographie erstmals in das Sprachsystem integrieren. Die Basis bildet dabei ein Ebenenmodell, auf dem die von ihnen systematisch begründeten Prinzipien der Orthographie aufbauen.
Gerhard Augst übernimmt in großen Teilen das Ebenenmodell und die Prinzipien: Er arbeitet einen Schwerpunkt beim phonologischen Prinzip heraus, das er mit der primären Rolle der Phonem-Graphem-Beziehung begründet.
Im Folgenden soll die Entwicklung vom Ebenenmodell des Sprachsystems über die darauf basierenden Prinzipien der Orthographie bis hin zur Phonem-Graphem-Beziehung dargestellt werden, die bis heute als Grundlage des Schriftspracherwerbs zu sehen sind, um eine theoretische Grundlage für die Praxis herauszuarbeiten.
Darüber hinaus wird Forschungsliteratur herangezogen, die die Arbeit des oben genannten Autorenkollektivs und Augst kritisiert.
1 Nerius, Dieter, K.-E. Sommerfeldt u.a.: Einführung in die Grammatik und Orthographie der deutschen Gegen-
wartssprache. Leipzig: VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1981.
3
2 Linguistische Grundlagen der Orthographie
2.1 Grundlagen des Autorenkollektiv
2.1.1 Gesellschaftliche Rolle der Orthographie
Gründe für die große Bedeutung und Eigenständigkeit der geschriebenen Sprache gegenüber der gesprochenen Sprache zeigen sich darin, dass Schrift nicht nur ein Nachfolgeprodukt der gesprochenen Sprache ist. Geschriebenes wird immer wichtiger für die Kommunikation der Gesellschaft. Heute, im Zeitalter des Internets, noch mehr als in den 80er Jahren, als die „Einführung in die Grammatik und Orthographie der deutschen Gegenwartssprache“ 2 , auf das sich das zweite Kapitel bezieht, erschien. Der kompetente Umgang mit der Orthographie rückt immer stärker in den Mittelpunkt der Gesellschaft. Die Autoren betonen hier die „Normgerechtheit“ 3 der geschriebenen Sprache und bezeichnen sie als einen wichtigen Bestandteil der Sprachkultur. Normgerechtheit heißt in diesem Zusammenhang der verbindliche und exakte Umgang mit graphischen Normen, die sich durch Kommunikation in der Gesellschaft entwickelt haben. Daher wird die Auffassung vertreten, dass die geschriebene Sprache ein eigenständiger Teil des Sprachsystems ist, die graphische Ebene. Dies spiegelt den Stellenwert der geschriebenen Sprache adäquat wieder. Genauer wird dies in Kapitel 2.1.4 über die Ebenen des Sprachsystems behandelt.
2.1.2 Orthographie als Wissenschaft
Orthographie ist eine wissenschaftliche Teildisziplin der Linguistik, die sich mit der Erfassung, der Beschreibung und Erklärung der Norm der Schreibung beschäftigt und zeitlich ge-bunden ist z.B. an die Gegenwartssprache. Die Orthographie ist zudem ein Teil des Sprachsystems: Den im Sprachsystem zu untersuchenden Gegenstand bildet die Schreibung auf der graphischen Ebene.
Die Orthographie wird durch die Gesellschaft geprägt und auf der graphischen Ebene mit Bezug auf die anderen Ebenen des Sprachsystems in Regeln gefasst. Sie ist sehr variantenarm, da die schriftliche Kommunikation ein hohes Maß an Verbindlichkeit benötigt. Dies resultiert daraus, dass die Gesellschaft die Orthographie mit zu vielen Varianten nicht verstehen könnte.
2 Ebd.
3 Ebd. S. 240.
4
Die Sprachgemeinschaft verlangt im Sinne der reibungslosen Kommunikation Stabilität in der Orthographie und legt deshalb strenge Normen fest. Da Sprache aber lebendig ist, kann sie sich so verändern, dass es nötig ist, neue Normen einzuführen oder bestehende zu ändern. Hier spricht man von einer Orthographiereform.
2.1.3 Die Funktion und die Stellung der Schreibung
Historisch gesehen war die Aufgabe der Schreibung laut der Prager Schule 4 die Aufzeichnungsfunktion, was so viel bedeutet, wie die möglichst lautgetreue Wiedergabe in der Schrift. Dies hat sich aber im Laufe der Zeit gewandelt bzw. erweitert: Heute ist die rasche Erfassbarkeit durch häufig wiederkehrende Muster eine weitere wichtige Funktion der geschriebenen Sprache, die über die reine Aufzeichnung von Lautung hinausgeht. Dies nennt sich nach der Prager Schule Erfassungsfunktion der Schreibung. Hier wird also eine dialektische Auffassung von der Abhängigkeit von Lautung und Schreibung vertreten, die „relative Autonomie der Schreibung“ 5 genannt wird.
2.1.4 Ebenen des Sprachsystems
4 Die sog. Prager Schule ist die dritte strukturalistische linguistische Schule (neben der amerikanischen
taxonomischen und der Kopenhagener Schule).Grundlegend waren dabei die Forschungen von Ferdinand de
Saussure, Nikolai Trubetzkoy und Roman Jakobson. Dabei wird Sprache als ein System funktioneller formaler
Elemente (Phoneme, Morpheme, Wörter, Phrasen, Sätze, Texte) zur Schaffung von Kommunikation verstanden
(Funktionalismus).Die Prager Schule begründete außerdem die Phonologie als linguistische Teildisziplin.
5 Nerius, D.: Einführung in die Grammatik. S. 243.
5
Arbeit zitieren:
Lea Diehn, 2006, Linguistische Grundlagen der Orthographie vom Ebenenmodell zu den Prinzipien der Orthographie , München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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Zu den orthographischen Prinzipien des Deutschen
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