Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 (Globalisierter) Konsum 3
3 (Neue) Konsumenten 4
4 “Relevante Produkte 6
4.1 Autos 6
4.2 Fleisch 7
4.3 Probleme 8
5 L osungsans atze 8
5.1 Neue Technologien 9
5.2 Bev olkerungswachstum 10
5.3 Konsumverhalten 11
6 Nachhaltiger Konsum 12
7 Fazit 15
Literaturverzeichnis 16
1
1 Einleitung
“Sinn und Zweck jeder Produktion ist der Konsum und die Interessen der Produzenten sollten nur insofern beachtet werden als sie den Interessen der Konsumenten dienen.” 1
Ein Zitat, das auf den ersten Blick sehr modern erscheint und so in der Firmenphilosophie jedes gr¨ oßeren Unternehmen der Welt auftauchen k¨ onnte. Tats¨ achlich aber wer es niemand geringeres als Adam Smith 2 , der Begr¨ under der klassischen Volkswirtschaftslehre, der dieses Zitat im Jahr 1776 ¨ außerte. Allerdings stellt sich langsam die Frage, wie angemessen eine solche Philosophie in unserer heutigen Zeit noch ist. Sollten unsere Konsumw¨ unsche wirklich ¨ uber allem anderen stehen und sich auch die Produzenten mit der Aussagen “wir produzieren doch nur das, was der Markt verlangt” aus der Verantwortung stehlen k¨ onnen? Gerade mit Blick auf die immer schneller voranschreitende Globalisierung, die auch vor Konsum und Konsumverhalten nicht halt macht, ist es angebracht, sich Gedanken ¨ uber die Auswirkungen von grenzenlosen Konsum zu machen. Dass es f¨ ur diesen nicht besser aussieht als f¨ ur das immer wieder propagierte grenzenlose Wachstum, soll mit der vorliegenden Arbeit verdeutlich werden. Dazu wird im folgenden darauf eingegangen, was ¨ uberhaupt unter globalisiertem Konsum zu verstehen ist, wer konsumiert und vor allem was konsumiert wird. Dabei soll der Blick auch immer auf Nebenwirkungen des Konsumverhaltens gelenkt werden, vor allem in hinblick auf Umweltsch¨ adigungen. Zum Schluss werden noch verschiedene M¨ oglichkeiten skizziert, wie globaler Konsum nachhaltig gestalltet werden k¨ onnte.
1 “Consumption is the sole end and purpose of all production; and the interest of the producer ought to be attended to only so far as it may be necessary for promoting that of the consumer.” Smith, Adam (1776): An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations, Book IV. Chapter 8.49.
2 Smith, Adam (*1723 ; † 17. Juli 1790): Schottischer Moralphilosoph
2
2 (Globalisierter) Konsum
Bevor die Auswirkungen ¨ uberm¨ aßigen Konsums, vor allem aus globa-
ler Sicht, in das Blickfeld ger¨ uckt werden k¨ onnen, muss zuerst der Begriff Konsum klar definiert werden. Ein Mensch kann dann konsumieren, wenn er die M¨ oglichkeit hat, Produkte und G¨ uter zu erstehen, die uber das hinausgehen, was lebensnotwendig ist. Diese Produkte dienen ¨
haupts¨ achlich dem Komfort, der Bequemlichkeit oder der Unterhaltung. Um konsumieren zu k¨ onnen muss sowohl der Zugang zu diesen Produkten vorhanden sein, als auch ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem existieren in dem der Erwerb solcher G¨ uter m¨ oglich ist. Außerdem m¨ ussen die Konsumenten (Verbraucher) ¨ uber gen¨ ugend Kapital verf¨ ugen, um sich Konsumg¨ uter leisten zu k¨ onnen.
Konsumg¨ uter unterscheiden sich auch auf einer weiteren Ebene von Lebensnotwendigem: w¨ arend der Erwerb letzterer in erster Linie auf die Grundbed¨ urfnisse jedes Menschen zur¨ uckzuf¨ uhren ist, wird der Kauf von Konsumg¨ utern nicht prim¨ ar ¨ uber Bed¨ urfnisse und Interessen bestimmt, sondern unterliegt “Druck” von außen. Dazu geh¨ oren sowohl Massenmedien, Reklame und Werbung, als auch gesellschaftliche Bedingungen, wobei bestimmte Produkte Prestige und Ansehen mit sich bringen beziehungsweise f¨ ur Mitglieder einer Schicht obligatorisch sind. Konsum kann also auch mit Fremdbestimmung durch soziale Normen, Moderichtungen einhergehen und Produkte ausschließlich als Statussymbol oder zur Erf¨ ullung eines Rollenverhaltens dienen. W¨ arend Konsum und das damit einhergehende Verhalten f¨ ur die Industrienationen nichts neues darstellen und f¨ ur sich gesehen wahrscheinlich eher aus psychologischer bzw. verhaltensanalytischer Sicht interessant ist, ¨ andert sich das Bild, wenn man den Konsum aus globaler Sicht betrachtet. Im Jahr 2000 lag die Summe f¨ ur privaten Konsum weltweit bei 20 Billionen Dollar (aktuelle Zahlen ausgew¨ ahlter L¨ ander s. Tabelle 1), eine Steigerung um ¨ uber 400% seit 1960 (zur¨ uckzuf¨ uhren auf Bev¨ olkerungswachstum und steigenden Wohlstand). Diese Ausgaben sind weltweit sehr ungleich verteilt, enfallen doch 60% des Konsums im Jahr 2000
3
auf 12% der Weltbev¨ olkerung in Nordamerika und Westeuropa. S¨ udasien und S¨ udafrika mit 33% Weltbev¨ olkerung kommen dagegen nur auf 3%. 3 Welche gewaltigen Summen f¨ ur Konsumg¨ uter umgesetzt werden wird deutlich, wenn man den j¨ ahrlichen Ausgaben f¨ ur Luxusg¨ uter die ben¨ otigten Gelder f¨ ur die weltweite Befriedigung von Grundbed¨ urfnissen gegen¨ uberstellt. Allein mit den Ausgaben f¨ ur Make-up ($18 Mrd. weltweit) und Tiernahrung ($17 Mrd. USA+Europa) k¨ onnte man die Unterern¨ ahrung beseitigen ($19 Mrd.), weltweite Alphabetisierung sichern ($5 Mrd.) und sauberes Trinkwasser ($10 Mrd.) zur Verf¨ ugung stellen. Und selbst dann k¨ onnen sich die Verbraucher weiterhin Parf¨ um ($15 Mrd. weltweit), Kreuzfahrten ($14 Mrd. weltweit) und Eiskrem ($11 Mrd. Europa) leisten. 4
Tabelle 1: Privaten Konsum ausgew¨ ahlter L¨ ander im Jahr 2005.
and Social Research Institute.
3 (Neue) Konsumenten
Wer geh¨ ort jetzt aber zu der globalen Konsumentenklasse? Es ist mit nichten nur die Bev¨ olkerung der Industriel¨ ander, die zu den Konsumenten gez¨ ahlt werden. Ausschlaggebend f¨ ur die Einstufung als Konsument ist die Kaufkraft. Als Grenze werden hier $2500 PPP 5 pro Jahr angesehen, wobei der Großteil der Konsumenten wesentlich mehr zur Verf¨ ugung hat. 6 Auch wenn sich $2500 wenig anh¨ ort, ist es die 7fache Kaufkraft eines extrem armen Menschens (Definition der Weltbank “extreme Armut”: weniger als $1 PPP pro Tag). Damit haben die meisten Konsumenten genug Geld zur Verf¨ ugung, um neben dem Lebensnotwendigen auch andere Produkte zu finanzieren (vor allem Fernseher, PC, K¨ uchenger¨ ate,
3 vgl. [3], S. 41.
4 vgl. [3], S. 48.
5 PPP: purchasing power parity; $1 PPP entspricht der Kaufkraft eines US-Dollars.
6 Im Jahr 2002/3 verf¨ ugen ca. 85% ¨ uber mehr als $7000 PPP. vgl. [5], S. 19.
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Arbeit zitieren:
Samuel Greef, 2006, Globalisierter Konsum, München, GRIN Verlag GmbH
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