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Vietnam: Regionalwirtschaftliche Folgen der Systemtransformation

Urbanisierung nach der Systemtransformation

Titel: Vietnam: Regionalwirtschaftliche Folgen der Systemtransformation

Seminararbeit , 2006 , 21 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Dipl. Ök. Christoffer Riemer (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Vergangenheit Vietnams ist stark von Umbrüchen und Kriegen geprägt. Alle Vorgänge nahmen einen starken Einfluss auf die Entwicklung von ländlichen und städtischen Gebieten. Obwohl die ländlichen Gebirgsregionen reich an Bodenschätzen und fruchtbarem Land sind haben sich in Vietnam starke Disparitäten zwischen den ländlichen Regionen und den urbanen Zentren gebildet. Neben der kolonialen und sozialistischen Einflussnahme fehlen den ländlichen Regionen Arbeitskräfte und Technik um ihr Potential auszuschöpfen.
Mit der Kolonialisierung durch die Franzosen im 19. Jahrhundert bildeten sich mit Hanoi im Norden Vietnams und Saigon (jetzt Ho Chi Minh Stadt) im Süden zwei urbane Zentren heraus. Saigon entwickelte sich auf Grund der günstigen Lage zur bedeutendsten Metropole und Haupthafen für das französische Kolonialgebiet Indochina. Neben diesen beiden Zentren bildeten sich weitere Städte mit Exporthäfen heraus.

In Vietnam haben in der Historie, besonders durch die Teilung in die sozialistisch orientierte Demokratische Republik Vietnam im Norden und die kapitalistisch orientierte Republik Vietnam im Süden als Folge des Indochinakrieges, gänzlich unterschiedliche Entwicklungen stattgefunden.
Während in Nordvietnam mit der Hauptstadt Hanoi der Schwerpunkt auf die Ausweitung der sozialistisch geprägten Schwerindustrie gelegt wurde, entwickelte sich im Süden zu einer starken Agrarwirtschaft eine marktwirtschaftlich organisierte Leichtindustrie und Dienstleistungen mit Ho Chi Minh Stadt (früher Saigon) als Zentrum. In Nordvietnam konnte durch die Planwirtschaft eine starke Urbanisierung verhindert werden. In Südvietnam vollzog sich zeitgleich eine marktwirtschaftliche Nachfrageorientierung, die bei der Wiedervereinigung durch die kommunistische Partei wieder aufgehoben wurde. Nun wurden auch im Süden Ansiedlungen staatlich vorgeschrieben und Wanderungen kontrolliert.
Die Einführung von marktwirtschaftlichen Elementen und die Erlaubnis von Privateigentum führten zu starken Wanderungen der Bevölkerung nach Einführung von Doi Moi 1986. Der folgende Text soll zeigen, wie sich die Urbanisierung in Vietnam entwickelt hat und warum eine Dezentralisierungspolitik wichtig für die Regierung ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Migration und Stadtentwicklung vor Doi Moi

3 Bevölkerungsentwicklung seit Doi Moi

4 Maßnahmen der Regierung zur Dezentralisierung

5 Stadtentwicklungen der beiden Zentren Vietnams

5.1 Ho Chi Minh Stadt (Saigon)6

5.2 Hanoi6

6 Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die regionalwirtschaftlichen Folgen der Systemtransformation in Vietnam und analysiert dabei insbesondere die Dynamiken der Urbanisierung sowie die Auswirkungen der staatlichen Dezentralisierungspolitik seit der Einführung von Doi Moi im Jahr 1986.

  • Historische Entwicklung der Urbanisierung und Migration in Vietnam
  • Demografische Veränderungen und Bevölkerungsstruktur seit der Wirtschaftsreform
  • Staatliche Maßnahmen zur Steuerung von Binnenwanderung und Dezentralisierung
  • Vergleichende Analyse der Stadtentwicklung in Ho Chi Minh Stadt und Hanoi
  • Herausforderungen der Urbanisierung wie Infrastrukturbedarf und regionale Disparitäten

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Die Vergangenheit Vietnams ist stark von Umbrüchen und Kriegen geprägt. Alle Vorgänge nahmen einen starken Einfluss auf die Entwicklung von ländlichen und städtischen Gebieten.

Obwohl die ländlichen Gebirgsregionen reich an Bodenschätzen und fruchtbarem Land sind haben sich in Vietnam starke Disparitäten zwischen den ländlichen Regionen und den urbanen Zentren gebildet. Neben der kolonialen und sozialistischen Einflussnahme fehlen den ländlichen Regionen Arbeitskräfte und Technik um ihr Potential auszuschöpfen.

Mit der Kolonialisierung durch die Franzosen im 19. Jahrhundert bildeten sich mit Hanoi im Norden Vietnams und Saigon (jetzt Ho Chi Minh Stadt) im Süden zwei urbane Zentren heraus. Saigon entwickelte sich auf Grund der günstigen Lage zur bedeutendsten Metropole und Haupthafen für das französische Kolonialgebiet Indochina. Neben diesen beiden Zentren bildeten sich weitere Städte mit Exporthäfen heraus.

In Vietnam haben in der Historie, besonders durch die Teilung in die sozialistisch orientierte Demokratische Republik Vietnam im Norden und die kapitalistisch orientierte Republik Vietnam im Süden als Folge des Indochinakrieges, gänzlich unterschiedliche Entwicklungen stattgefunden.

Während in Nordvietnam mit der Hauptstadt Hanoi der Schwerpunkt auf die Ausweitung der sozialistisch geprägten Schwerindustrie gelegt wurde, entwickelte sich im Süden zu einer starken Agrarwirtschaft eine marktwirtschaftlich organisierte Leichtindustrie und Dienstleistungen mit Ho Chi Minh Stadt (früher Saigon) als Zentrum. In Nordvietnam konnte durch die Planwirtschaft eine starke Urbanisierung verhindert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Das Kapitel erläutert den historischen Hintergrund Vietnams und die prägenden Faktoren, die zur divergenten Entwicklung der städtischen Zentren im Norden und Süden führten.

2 Migration und Stadtentwicklung vor Doi Moi: Es wird die Migrationsgeschichte vor der Reformära beschrieben, insbesondere der Einfluss von Kriegsfolgen und kolonialer Strukturpolitik auf die Urbanisierung.

3 Bevölkerungsentwicklung seit Doi Moi: Dieses Kapitel analysiert das demografische Wachstum und die demografischen Verschiebungen nach 1986 unter Berücksichtigung von Altersstrukturen und Land-Stadt-Wanderungen.

4 Maßnahmen der Regierung zur Dezentralisierung: Hier werden die politischen Strategien der Regierung beleuchtet, die darauf abzielten, das Wachstum der Metropolen zu regulieren und die Industrie in ländliche Regionen zu verlagern.

5 Stadtentwicklungen der beiden Zentren Vietnams: Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der Entwicklungsprozesse von Ho Chi Minh Stadt und Hanoi als wichtigste urbane Motoren des Landes.

6 Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die negativen Folgen der Urbanisierung zusammen und bewertet den bisher geringen Erfolg der staatlichen Dezentralisierungsmaßnahmen.

Schlüsselwörter

Vietnam, Doi Moi, Urbanisierung, Migration, Systemtransformation, Dezentralisierung, Ho Chi Minh Stadt, Hanoi, Regionalwirtschaft, Demografie, Land-Stadt-Wanderung, Stadtentwicklung, Disparitäten, Wirtschaftswachstum, Infrastruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der ökonomischen Systemtransformation (Doi Moi) auf die Urbanisierungsprozesse und regionalwirtschaftlichen Strukturen in Vietnam.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf Migrationsströme, die demografische Entwicklung, staatliche Dezentralisierungsbemühungen und die unterschiedliche Stadtentwicklung von Hanoi und Ho Chi Minh Stadt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die Urbanisierung seit der Wirtschaftsöffnung entwickelt hat und warum eine politische Steuerung mittels Dezentralisierung für die Regierung von hoher Bedeutung ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse statistischer Daten (GSO, Zensusdaten) und wertet raumbezogene Entwicklungsverläufe aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse der Migration, die aktuelle demografische Entwicklung, Regierungsmaßnahmen zur Dezentralisierung sowie eine vergleichende Fallstudie der beiden urbanen Zentren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind Doi Moi, Urbanisierungsgrad, Marginalsiedlungen, Binnenwanderung und sozioökonomische Disparitäten.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Nord- und Südvietnam eine zentrale Rolle?

Die historische Teilung führte zu grundverschiedenen wirtschaftlichen Schwerpunkten – im Norden eine schwerindustrielle Ausrichtung unter Planwirtschaft und im Süden eine marktwirtschaftlich geprägte Dienstleistungs- und Leichtindustriestruktur.

Welche Auswirkungen hat die Migration auf die Metropolen?

Der starke Zustrom von Migranten führt zu erheblichen Herausforderungen in den Bereichen Wohnraum, Infrastruktur und Arbeitsmarkt, was sich in der Entstehung von Marginalsiedlungen zeigt.

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Details

Titel
Vietnam: Regionalwirtschaftliche Folgen der Systemtransformation
Untertitel
Urbanisierung nach der Systemtransformation
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Wirtschafts- und Kulturgeographie )
Veranstaltung
Angewandte Wirtschaftsgeographie - Regionalwirtschaftliche Entwicklung Ost-/Südostasiens
Note
2,3
Autor
Dipl. Ök. Christoffer Riemer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V76811
ISBN (eBook)
9783638823654
ISBN (Buch)
9783638824637
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vietnam Regionalwirtschaftliche Folgen Systemtransformation Angewandte Wirtschaftsgeographie Regionalwirtschaftliche Entwicklung Ost-/Südostasiens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Ök. Christoffer Riemer (Autor:in), 2006, Vietnam: Regionalwirtschaftliche Folgen der Systemtransformation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76811
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