Spezielle Leistungssteuerung am Beispiel des Techniktrainings im Schulsport


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006
21 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition von Technik

3 Definition von Techniktraining

4 Ziele des Techniktrainings

5 Komponenten des Techniktrainings

6 Phasen des Techniktrainings

7 Arten und Formen

8 Methoden des Techniktrainings

9 Zusammenfassung

10 Literaturnachweis

1 Einleitung

Die Bewegung ist ein wichtiges Grundbedürfnis eines jeden Kindes. Wer sie in dieser Hinsicht fördert, wird immer eine Bereitschaft und Teilnahme von den Kindern zurückbekommen. In Deutschland waren die Philanthropen die Wegbereiter für die Entstehung des Sportunterrichts. Sie sahen Leibesübungen als fundamentalen Bestandteil einer ganzheitlichen Erziehung (Bildung, körperliche Vervollkommnung, Glück). Adolf Spieß und Ludwig Jahn gelten als Urväter der Turnbewegung im deutschsprachigen Raum. Sportliche Aktivitäten sahen sie als Grundlage physischer und moralischer Stärke.

Auch heute verfolgt der Sportunterricht noch Ziele wie die Ausbildung der sportlichen Handlungsfähigkeit, welche die Schüler dazu befähigen soll, Bewegungen räumlich und zeitlich zu gestalten und ihre Körperkräfte angemessen einzusetzen. Ein weiteres Ziel ist, dass die Schüler lernen, sportliche Fertigkeiten, taktisches Wissen, taktische Fähigkeiten und Fertigkeiten leistungsbezogen, sinnvoll und variabel anzuwenden und vor allem sportartbezogenes und trainingsmethodisches Wissen in der Praxis umzusetzen. Auch die sozialen Kompetenzen sollen im Klassenverband gefördert werden und die Schüler sollen selbständig durch bestimmte Übungen ihre individuelle Leistungsfähigkeit erhalten, verbessern oder eventuell wiederherstellen (vgl. Rahmenrichtlinien, 2003).

Zu der speziellen Leistungssteuerung gehört u.a. die Ausbildung von Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und die Ausbildung der Technik. Die erstgenannten Leistungsvoraussetzungen treten im Sportunterricht meist in den Hintergrund. Für den Sportlehrer steht die Ausbildung der Technik oft im Mittelpunkt und zählt mit zu seiner wichtigsten Hauptaufgabe.

Deshalb soll es sich in der folgenden Arbeit hauptsächlich um die spezielle Leistungssteuerung am Beispiel des Techniktrainings im Schulsport drehen. Dabei werde ich zunächst die sportliche Technik nochmals definieren, bevor ich auf Ziele, Arten, Formen und Phasen des Techniktrainings eingehen werde. Die Arbeit soll aufzeigen, welchen Sinn und Zweck das Techniktraining hat, wie es zu planen ist und wie die 3 Phasen der Technikbeherrschung aussehen.

2 Definition von Technik

Die sportliche Technik ist eine „in der Praxis entstandenes und erprobtes Verfahren zur bestmöglichen Lösung einer bestimmten sportlichen Aufgabe“ (Meinel, 1961, S.242). Des weiteren kann man die sportliche Technik als eine Art Idealmodell oder Leitbild einer Bewegung bezogene auf eine Sportdisziplin betrachten. Es geht vor allem bei der sportlichen Technik um die Realisierung einer angestrebten Idealbewegung, beziehungsweise um das Lösungsverfahren zur Ausführung der optimalen Bewegungshandlung (vgl. Grosser & Neumaier, 1982, S.8).

Die sportliche Technik ist eine Fertigkeit, welche als die überdauernde Erfolgswahrscheinlichkeit beim Versuch, ein Vorhaben effektiv und ökonomisch zu verwirklichen, definiert. Sie kann durch die Kategorie der Schnelligkeit, der Genauigkeit, der Effizienz und der Anpassungsfähigkeit oder eine beliebig gebildet Kombination beschrieben werden.

Zwischen den koordinativen Fähigkeiten und den sporttechnischen Fertigkeiten besteht ein enger Zusammenhang. Des weiteren ist die Realisierung einer sportlichen Technik abhängig von vier weiteren Leistungsvoraussetzungen.

Die konstitionellen Leistungsvoraussetzungen, wie die Größe oder die konstitutionelle Komponente der Beweglichkeit, muss bei der Auswahl der Technik berücksichtigt werden.

Die konditionellen Leistungsvoraussetzungen entscheiden auch darüber, ob eine Technik überhaupt erlernt beziehungsweise ausgeführt werden kann. Manche Techniken nehmen die Kraft- oder Schnelligkeitsfähigkeit sehr stark in Anspruch. Wenn diese nicht ausreichend ausgeprägt sind, kann die zu einem Nichtgelingen der Technik führen.

Von der Motivation ist zum einem der Aneignungsprozess und –grad sporttechnischer Fertigkeiten wie auch die koordinativen Fähigkeiten abhängig, zum anderen spielt auch die Motivation für korrekte Technikrealisierung im Sportunterricht eine wesentliche Rolle.

Da mit der Technikrealisierung auch kognitive Prozesse verbunden sind, erfordert die sportliche Technik auch kognitive Leistungsvoraussetzungen (vgl. Schnabel, Harre, Krug & Borde , 2003, S. 118).

3 Definition von Techniktraining

Ein wichtiger Hauptbestandteil des sportlichen Trainings und wesentlicher Bestandteil bei der Ausbildung von Bewegungsfertigkeiten ist das Techniktraining. Es ist die „ Gesamtheit aller Maßnahmen zu verstehen, die, zielgerichtet organisiert, den Sportler befähigen sollen, Bewegungshandlungen mit einer zweckmäßigen und koordinativ beherrschten Technik auszuführen“(Meinel, 1961, S.242). Des weiteren dient das Techniktraining dazu, Techniken mit sportmotorischen Fertigkeiten, dessen Anwendung sowie den technischen Einsatz zu erlernen und in sportartenspezifischen Handlungssituationen Erfahrungen zu sammeln (vgl. Martin, 1991, S. 45). Deshalb kann das Techniktraining auch als motorisches Lerntraining betrachtet werden, welches sich an die Theorien des motorischen Lernens anlehnt.

Die Handlungen des Lehrers oder Trainers und deren gewählte Methode sollen Schüler und Sportler dazu befähigen, sportmotorische Handlungen zu erlernen, zu vervollkommnen und am Ende zu stabilisieren, aber auch zu verändern und sie zu erhalten.

Als Voraussetzung zur Umsetzung von sportmotorischen Handlungen benötigen Schüler koordinaive und konditionelle Fähigkeiten und technikrelevante Kenntnisse.

4 Ziele des Techniktrainings

Zu den allgemeinen Zielen des Techniktrainings gehört die Aneignung von neuen technischen Bewegungsfertigkeiten bzw. von Fertigkeitselementen, die Vervollkommnung von technischen Fertigkeiten bis hin zur Beherrschung und Stabilisierung der Grundstruktur. Des weiteren sollte die Stabilisierung der Bewegungsausführung unter zunehmender physischer und psychischer Belastung trainiert werden. Bei ständig wechselnden Situationsbedingungen sollen die Schüler dazu befähigt werden, situationsgerichtete Variationen einer Technik zu erfahren und zu erlernen. Auch die Anpassung an veränderliche schwer oder nicht antizipierbare Handlungssituationen durch schnelle geeignete Technikauswahl oder Technikvariation sind wichtige Ziele des Techniktrainings (vgl. Neumaier 1997).

5 Komponenten des Techniktrainings

Zu den wichtigsten Bestandteilen des Techniktrainings gehören das Technikleitbild, die individuelle und gruppenspezifische Voraussetzungen und Bedingungen, die Ableitung der Zieltechnik, die Planung des Techniktrainings und dessen Durchführung sowie die Kontrolle und Auswertung.

Ehe mit der Durchführung des Techniktrainings begonnen wird, sind einige vorbereitende Schritte notwendig. Bevor Informationen über die individuellen und gruppenspezifischen Voraussetzungen und Bedingungen vorliegen, muss ein Technikleitbild existieren. Ein Technikleitbild sollte so aussehen, dass es dem Regelwerk der jeweiligen Sportart entspricht und sollte im Idealfall möglichst „störunanfällig“ gegenüber äußeren und inneren Bedingungen sein. Es ist immer leichter für einen Sportlehrer, wenn er eigene Praxiserfahrungen mit der jeweiligen Technik gemacht hat oder er die Technik bei Leistungssportlern beobachtet hat. Ein Sportlehrer muss auch die Anforderungen kennen, die eine Technik an den Schülern stellt. Das heißt er muss seine Klasse kennen. Dazu gehört unter anderem: Welche Techniken haben meine Schüler bereits erlernt? Welche konditionellen und koordinativen Voraussetzungen hat die Klasse

beziehungsweise wo liegen ihre Defizite? Inwieweit sind die anderen Leistungsfaktoren entwickelt? Wie lernfähig ist die Klasse und welche Anforderung bringt die Technik mit?

Als nächster Schritt folgt dann die Ableitung der Zieltechnik, welche an die individuellen Voraussetzungen des Sportlers angepasst werden muss und die Planung des Techniktrainings. Doch welche Entscheidungshilfen gibt es zur Zieltechnikableitung? Mitbestimmend für die Auswahl der Zieltechnik sind anthropometrische Merkmale, wie Körperhöhe, Längen- und Breitenproportionen und die Körpermasse. Des weiteren sind ausschlaggebend das Stundenziel und das Alter der Schüler. Doch oftmals sind Zieltechniken bereits in den Rahmenrichtlinien enthalten.

Zu der Planung des Techniktrainings gehört, welche Methoden, Lernschritte und Mittel der Sportlehrer einsetzt und in welchem zeitlichen Rahmen sich das Ganze abspielen soll. Das heißt wie platziere ich das Techniktraining in die Unterrichtsstunde und wie verläuft dazu die Periodisierung beziehungsweise die Zyklisierung.

Diese Schritte sollten alle im voraus erfolgen und gehören zur Planung und Organisation einer Unterrichtsstunde. Welche Arten und Formen angewendet werden, gehört zu der Komponente Durchführung. Zum einem besteht die Möglichkeit als Sportlehrer kombinierte Trainingsformen anzuwenden oder den Erwerb der Grundstruktur als Schwerpunkt für die Unterrichtstunde zu verwenden.

Am Ende einer jeden Abschnittes erfolgt die Überprüfung der Technik. Dazu hat der Sportlehrer die Möglichkeit, dies in Form einer Leistungskontrolle zu überprüfen oder während eines Wettkampfes zu überprüfen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Spezielle Leistungssteuerung am Beispiel des Techniktrainings im Schulsport
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Leistungssteuerung in Training und Wettkampf
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V116770
ISBN (eBook)
9783640190867
ISBN (Buch)
9783640524105
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spezielle, Leistungssteuerung, Beispiel, Techniktrainings, Schulsport, Training, Wettkampf
Arbeit zitieren
Ina Göllnitz (Autor), 2006, Spezielle Leistungssteuerung am Beispiel des Techniktrainings im Schulsport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116770

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