Raumplanung und Ernährung. Welchen Beitrag leistet Raumplanung für Ernährungssicherheit in den Städten des Ruhrgebiets?


Essay, 2019
12 Seiten, Note: 1,6

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Ernährungssystem in Deutschland

3 Kommunen im Blickfeld
3.1 Entwicklungsstand

4 Herausforderungen und Institutionen

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

7 Internetquellenverzeichnis

8 Rechtsquellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Seite 3: Rubriken, bei denen PlanerInnen involviert werden

Abbildung 2: Seite 3: Erklärungen zu dem Ernährungssystem

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Im Rahmen des Moduls 1 der Lehrveranstaltung „Was ist Raumplanung?“ im Wintersemester 2018/2019 befasst sich dieses Essay mit dem Thema der Ernährung. Die genaue Beschreibung lautet: Raumplanung und Ernährung. Welchen Beitrag leistet Raumplanung für Ernährungssicherheit in den Städten des Ruhgebiets?

Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die existierenden Projekte geworfen, welche sich mit der Versorgung der Bevölkerung auseinandersetzen. Des Weiteren wird auf Basis des Aufsatzes von Kameshwari Pothukuchi und Jerome L. Kaufman (2000) The Food System, aus Journal of the American Planning Association, eine Erörterung des Entwicklungsstands mit Herausforderungen und Institutionen im Bereich der Kommunen und Gemeinden verfasst. Diese geschieht in Bezug auf die Ernährung und Versorgung und wird auf die Städte des Ruhrgebiets bezogen. Schlussendlich wird der Beitrag kritisch betrachtet, welchen die Raumplanung zur Ernährungssicherheit in Städten des Ruhrgebiets leistet. Die Erarbeitung geschieht mit Hilfe von fachspezifischen Texten und Gesetztestexten aus dem Baugesetzbuch und der Baunutzungsverordnung. Außerdem werden bestehende Projekte berücksichtigt.

2 Das Ernährungssystem in Deutschland

Das Ernährungssystem in Deutschland ist nicht für jedermann transparent und nachvollziehbar (vgl. Brunner / Schönberger 2005: 9-13). Welche durchaus auch negativen Auswirkungen die Ernährungskette – von der Produktion bis zum Konsum - mit sich bringt und welche Zuständigkeit herrscht, fassen die Autoren des Aufsatzes The Food System zusammen.

Die Produkte, von welchen gesprochen wird, sind Güter des täglichen Bedarfs, wie beispielsweise Lebensmittel. Nach Kameshwari Pothukuchi und Jerome L. Kaufman sind Supermärkte nicht so simpel wahrzunehmen, denn der Prozess hinter dem Food System ist komplex (vgl. Pothukuchi / Kaufman 2000: 66, 2, 113-124). Es geht dabei um fünf verschiedene Themenfelder, sogenannte Subsysteme (vgl. Stierand 2008: 16):

- Produktion der Lebensmittel,
- Verarbeitung der Güter,
- Vertrieb der Güter,
- Konsum der Lebensmittel durch die Bevölkerung,
- Abfallwirtschaft der Lebensmittelreste.

So ist eine genauere Gliederung und eine Aufteilung in verschiedene Themenfelder gelungen:

“By the food system, we mean the chain of activities connecting food production, processing, distribution, consumption, and waste management, as well as all the associated regulatory institutions and activities.“ (Pothukuchi / Kaufman 2000: 66, 2, 113).

Die Umstände, die dieses System mit sich bringt, sind nicht zu missachten. Die Umweltverschmutzungen in Form von Abgasen durch den Transport und die unzureichende Abfallwirtschaft, wodurch natürliche Düngungsmittel fehlen, welche durch chemische, umweltbeeinträchtigende Stoffe ersetzt werden, sind zu beachten. Aus diesen Gründen wurde eine Umfrage mit 22 Planungsagenturen durchgeführt. 18 Probleme wurden gesammelt und an die Agenturen weitergegeben. Die folgende Tabelle zeigt die zehn Kategorien, bei denen Planer am ehesten involviert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Rubriken, bei denen PlanerInnen involviert werden

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Pothukuchi / Kaufman 2000: 115

Das Ergebnis zeigt, dass die Probleme in vielen Agenturen bekannt sind, jedoch nicht behandelt werden, da die Rolle der Agenturen lediglich inaktiv ist um somit wenig Handlungsspielraum bleibt. Es gibt verschiedene Gründe für die Nicht-Beachtung der Probleme. Dazu zählt, (1) dass ein Ernährungssystem außerhalb der Aufgaben von PlanerInnen liegt, (2) dass es kein urbanes, sondern ein ländliches Problem sei, (3) dass die Ernährungswirtschaft von privaten Händen getragen wird und (4) dass Planungsagenturen nicht für Probleme des Ernährungssystem geschaffen sind. Außerdem wird die Handlungsdringlichkeit in Frage gestellt, wenn es zu keinem Zusammenbruch kommt und die involvierten zwingend erforderlichen Instanzen größtenteils unbekannt sind. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen demnach, dass es keine klare Aufgabenteilung gibt und die Handlungstätigkeit eingeschränkt und passiv ist. Auf die Frage, ob die Raumplanung bei dem Ernährungssystem eingreifen und involviert werden sollte, haben über zwei Drittel der befragten Personen die Frage nicht verneint. Das Interesse der Planung ist an vorgeschlagenen Erklärungen abzusehen. Die Erklärungen sind in folgender Abbildung dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Erklärungen zu dem Ernährungssystem

Quelle: Pothukuchi / Kaufman 2000: 117

Anknüpfend an den Ergebnissen der oben genannten Studie ist der momentane Zustand des Ernährungssystems in Deutschland zu betrachten. In der Stadt ansässige Produzenten und Vertreiber bieten ihre Produkte global und international an, ein lokaler Vertrieb findet jedoch nicht statt. Der Einzelhandel in Deutschland setzt sich aus einem filialisierten System zusammen, welches national tätig ist. Eine Versorgung durch Lebensmittel ist nicht automatisch an die Qualität der Waren gebunden, sodass der Standort für die Institutionen und Akteure austauschbar ist (vgl. Raja / Born / Kozlowski 2008: 4). Dadurch haben Kommunen keinen Einfluss auf das Konsumverhalten der BürgerInnen und haben keine Kontrolle über den Einzelhandel. Vielmehr ist hier die übergeordnete Ebene, sprich die überörtliche Ebene, involviert (vgl. Stierand 2008: 3). Die Bedeutung der lokalen Ernährungspolitik ist durch die globale und internationale Politik (z.B. Landwirtschaft, Verbraucherschutz) ersetzt worden. Das Ernährungssystem in Deutschland ist demnach delokalisiert und in den Städten findet lediglich der Konsum statt, nicht jedoch die Produktion zur Deckung des Bedarfs. Immer mehr Menschen strömen im Zuge der Urbanisierung in die Stadt. Doch im Gegensatz zu der Vergangenheit stehen Städte heute vor einer neuen Herausforderung, welche sich auf die übermäßige Deckung des Lebensmittelbedarfs bezieht. Es geht dabei nicht um den Lebensmittelmangel, sondern viel mehr um das Überangebot (vgl. Stierand 2016: 118).

Lebensmittel werden in der Agrarwirtschaft produziert, in die Städte transportiert und dort konsumiert. Durch das fehlende Management im besonderen Bezug auf die Lebensmittelabfälle muss die Landwirtschaft auf chemische, nicht natürliche Stoffe als Alternative zum natürlichen Dünger zurückgreifen. Dies führt zu schweren Umweltbeeinträchtigungen, ebenso wie der Transport der Güter in das ferne Umland (vgl. Pothukuchi / Kaufman 2000: 118). Die Produktion findet, nicht im urbanen Gebiet, also nicht im Innenbereich, statt. Im Außenbereich nach §35 BauGB sind Agrarbetriebe zulässig (vgl. BauNVO § 1, Abs. 1). Grundsätzlich ist die Bebauung im Außenbereich nicht zugelassen (vgl. §35, Abs. 1 BauGB). Produkte landen im Supermarkt, welcher nach §34 BauGB im Innenbereich liegt. Inwiefern der Bedarf gedeckt wird ist im folgenden Kapitel im Bezug auf Städte, besonders Ruhrgebietsstädte, beschrieben.

3 Kommunen im Blickfeld

Ernährungssysteme basieren auf KonsumentInnen. Dabei geht es um Lebensmittel, welche das „fundamentale Mittel zum Leben“ (Stierand 2008: 2) sind. Die Frage nach der Ernährungssicherheit in den Städten des Ruhrgebiets und welche Rolle die Raumplanung dabei spielt ist umstritten.

3.1 Entwicklungsstand

Das Ruhrgebiet ist eine Metropole in Nordrhein-Westfalen, welche für ihre Industrie bekannt ist. Mehr als fünf Millionen Einwohner leben in 53 Kommunen auf einer Gesamtfläche von 4.435 Quadratkilometern. 38,5% der Fläche werden von Siedlungs- und Verkehrsflächen in Anspruch genommen, 39,2% der Fläche sind Flächen der Landwirtschaft und somit das größte Maß der Nutzung in der Metropole, aber auch im Vergleich zu anderen Metropolen ist das Ruhrgebiet sehr landwirtschaftlich geprägt (vgl. Born / Pölling 2014: 11).

In Deutschland ist eine fortschreitende Mobilisierung der Gesellschaft zu beobachten, die eine gute Erreichbarkeit der Einkaufsmöglichkeiten fordert (vgl. Vallée / Lenz 2007: 24). Der Standort eines Supermarktes ist entscheidend für die Integration von Regionen und für Entwicklungsmöglichkeiten (vgl. Hemetsberger / Ortner 2008: 255). Im Ruhrgebiet gibt es mehr als 4.500 landwirtschaftliche Betriebe, die den täglichen Bedarf der Bürger decken und im direkten Umfeld von Bebauung liegen (vgl. Born / Pölling 2014: 12). Dabei rückt das Ziel, welches in Raumordnungsplänen und Einzelhandelskonzepten festgehalten ist, der fußläufigen Erreichbarkeit von Einkaufsstätten, in den Hintergrund, da die Mobilität durch Kraftfahrzeuge in der Gesellschaft vorangetrieben wird (vgl. Neumeier 2014: 18). Eine besonders hohe Dichte an Verkaufsstellen gibt es in Zentralen Orten. Das Zentral-Orte-Prinzip nach Christaller beruht auf eine Erreichbarkeit von sogenannten Ober- und Mittelzentren aus Unterzentren (vgl. Güssefeldt 1980: 41). Eine Klassifizierung besagt, dass die Einwohnerdichte in Ober- und Mittelzentren höher als in Unterzentren und demnach das Angebot dort höher ist. Die Erreichbarkeit aus kleineren Zentren muss jedoch gewährleistet sein. Dabei wird insbesondere auf den schienengebundenen Nahverkehr eingegangen, der die Wege zu zentralen Orten ermöglicht und damit zur Ernährungssicherheit und Daseinsvorsorge der Bürger beiträgt. Ein Gleichgewicht im Zentrale-Orte-System ist gegeben, wenn an allen Standorten einer Region gleiche Bedingungen und Erreichbarkeiten gelten (vgl. Wollmann: 1310-1313).

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Raumplanung und Ernährung. Welchen Beitrag leistet Raumplanung für Ernährungssicherheit in den Städten des Ruhrgebiets?
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,6
Autor
Jahr
2019
Seiten
12
Katalognummer
V476837
ISBN (eBook)
9783668964877
ISBN (Buch)
9783668964884
Sprache
Deutsch
Schlagworte
raumplanung, ernährung, welchen, beitrag, ernährungssicherheit, städten, ruhgebiets
Arbeit zitieren
Leon Riemer (Autor), 2019, Raumplanung und Ernährung. Welchen Beitrag leistet Raumplanung für Ernährungssicherheit in den Städten des Ruhrgebiets?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476837

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