INHALTSVERZEICHNIS
Einleitung 1
1 Einführung - Quellen zur antiken Arbeitsweise 2
1.1 Die schriftlichen Quellen 2
1.2 Bildliche Darstellungen. 2
1.3 Unvollendete Werke. 3
2 Unvollendete Werke der griechische Bildhauerei - Die archäologischen Funde. 3
2.1 Archaische Periode. 3
2.2 Klassische Periode. 4
3 Die Werkzeuge des antiken Bildhauers und ihre Spuren 5
3.1 Die Problematik der Spurenuntersuchung. 5
3.2 Die Bestimmung der Werkzeuge und deren Spuren 6
4 Die Arbeitsverfahren 8
4.1 Die archaische Periode 8
4.2 Die klassische Periode. 10
4.3 Die Arbeit mit einem Modell 11
5 Die Kopietechniken in der griechischen und hellenistischen Bildhauerei 12
5.1 Das Lotverfahren. 12
5.2 Der Kopierrahmen, der Kopierkäfig und die Messskala. 13
5.3 Das Zirkelkopieren oder das Punktierverfahren. 13
6 Zusammenfassung. 14
Bibliografie 15
Einleitung
Diese Hausarbeit handelt von den Arbeitsverfahren und Werkzeugen der antiken Bildhauerei. Sie ist in fünf Hauptteile gegliedert, die jeweils ein Thema behandeln. Sie beginnt mit einer Einführung, in der eine detaillierte Erläuterung zu den Forschungsquellen der antiken Bildhauerei und deren Problematik bei der Recherche dargestellt sind. In dem zweiten Teil werden die wichtigsten unvollendeten Werke der griechischen Archaik und Klassik benannt, die in der Hausarbeit näher untersucht werden. Weiter werden die Hauptmerkmale der Bildhauerei in diesen Epochen erwähnt, sowie die Gründe für die stilistischen Änderungen, die zum Übergang von der einen zur anderen Epoche geführt haben. Der dritte Teil ist den Werkzeugen und deren Spuren auf dem Stein gewidmet. Ebenso werden die Schwierigkeiten und die Meinungsunterschiede der Forscher bei der Interpretation der Spuren dargebracht. Der vierte Teil handelt von den Arbeitsverfahren in der archaischen und der klassischen Periode. Anschließend wird das Arbeitsverfahren mit einem Modell nach Blümel wiedergegeben. Hier ist es wichtig zu betonen, dass auch die Rekonstruierung der Arbeitsverfahren auf gleiche Schwierigkeiten wie die Interpretation der Arbeitsspuren stößt. Beide müssen, trotz des hohen Wahrscheinlichkeitsgrades, in Rahmen einer These bleiben. Im fünften Kapitel werden die verschiedenen Kopierverfahren beschrieben, die sich seit der klassischen Periode, vor allem aber in der hellenistischen Kaiserzeit entwickelt haben. Ihre Rekonstruktion beruht auf dem Vergleich mit den modernen Kopierverfahren. Die in der Hausarbeit vorgestellten Beispiele werden in den Abbildungen im Anhang veranschaulicht. Das Ziel dieser Hausarbeit ist in erster Linie, die Kenntnisse der heutigen Forschung über die antike Bildhauerei, d.h. über die Werkzeuge, deren Anwendung und die Arbeitsweise des antiken Bildhauers, zusammenzufassen. Ebenso wichtig ist die Auseinandersetzung der Forschung mit diesem Thema, sowie die verschiedenen Deutungsmöglichkeiten der Spuren. Diese bleiben umstritten, weil sie den individuellen Schlussfolgerungen des Betrachters unterliegen. Eigene Interpretationen wurden zumeist aufgrund des Mangels an praktischen Fachkenntnissen weggelassen.
1
1 Einführung - Quellen zur antiken Arbeitsweise
Es gibt drei Arten von Quellen, die der kunsthistorischen und der archäologischen Forschung zur Verfügung stehen: Die schriftlichen Quellen, die bildlichen Darstellungen und die unvollendeten Werke der Bildhauerei.
1.1 Die schriftlichen Quellen
Die schriftlichen Quellen sind in zwei Gruppen unterteilt: Die Inschriften, wie z.B. Weihe-, Bau-, Ehren- oder Grabinschriften und die von den antiken Schriftstellern verfassten literarischen Werke. Die Weihinschriften der Bildhauerei, die in der archaischen Zeit auf den Statuen selbst, später jedoch auf der Basis angebracht worden sind, geben Auskunft über die Art der Darstellung, das Entstehungsdatum, den Namen des Auftraggebers und des Bildhauers. Über die Arbeitsweise geben die Inschriften jedoch keinerlei Hinweise. Im Gegensatz zu den meistens kurzen und wenig informativen Inschriften, können die literarischen Textquellen dafür sehr aufschlussreich sein. Eine der bedeutendsten antiken Textquellen ist die naturwissenschaftliche Enzyklopädie des römischen Gelehrten C. Plinius Secundus des Älteren aus dem ersten Jahrhundert vor Christus. In seinem Werk berichtet er über den Ursprung und die Entwicklung der zu seiner Zeit bekannten Naturwissenschaften, darunter auch die Kunst der Malerei und der Bildhauerei. 1 Trotz der relativ detaillierten Beschreibungen der künstlerischen Arbeitsverfahren darf sein Werk nicht ohne Zweifel in wissenschaftlichen Untersuchungen verwendet werden. Der Grund dafür liegt an den mangelhaften Beweismöglichkeiten und an der Tatsache, dass Plinius selbst kein Bildhauer war. Ebenso problematisch für die wissenschaftliche Kompetenz sind die literarischen Überlieferungsmittel, wie mündliche Überlieferungen von Zeitzeugen oder Wiedergabe volkstümlicher Legenden, wie beispielsweise die Entstehungsgeschichten der Malerei und Bildhauerei.
1.2 Bildliche Darstellungen
Eine bildliche Darstellung der Bildhauerarbeit findet man oft auf antiken Tongefäßen (Vasenmalerei) oder Reliefs. Solche Abbildungen können wichtige Information über die Instrumente und die Umgebung, manchmal sogar Hinweise über mehrere Arbeitsstufen
1 C. Plinius Secundus d.Ä., Naturkunde (Naturalis historiae); Buch XXXV: Farben - Malerei - Plastik. Roderich König [Hrsg.], München 1978.
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wiedergeben. Man kann jedoch die Arbeitsweise und die Technik des antiken Bildhauers, die für die kunsthistorische Untersuchung von großer Bedeutung sind, nicht von den bildlichen Darstellungen ablesen. Deren Interpretation kann deshalb nicht wissenschaftlich belegt werden.
1.3 Unvollendete Werke
Die aufschlussreichsten Gegenstände der Bildhauerei sind zweifellos die unvollendeten Werke. Die hinterlassenen, unbearbeiteten Spuren an der antiken Bildhauerei vermitteln dem Untersucher in Verbindung mit seinem Wissen über die Arbeitsverfahren der modernen Bildhauerei die feinsten Details über die angewendeten Instrumente, den Arbeitsprozess und die Arbeitsweise des antiken Bildhauers. Es kommt vor, dass sie dadurch sogar Informationen über den Meister selbst und sein Wesen preisgeben. In den nächsten Kapiteln werden diese Arbeitsspuren anhand einiger Beispiele unvollendeter antiker griechischer Werke ausführlich untersucht.
2 Unvollendete Werke der griechische Bildhauerei - Die archäologischen Funde
2.1 Archaische Periode
Zu den am meisten erwähnten, unvollendeten Werken der Archaik gehören die Kolossalstatue eines griechischen Gottes, möglicherweise Dionysos, 2 von der Insel Naxos, eine Kolossalstatue eines Widderträgers aus Thasos, eine Jünglingsfigur vom Pentelikon und ein männlicher Torso aus Naxos. In einem sehr fortgeschrittenen Arbeitsstadium befindet sich der archaische Jünglingskopf (Sphingenkopf), der sich heute in der Münchner Glyptothek befindet. Die Datierung aller oben genannten Skulpturen geht auf das 6. Jahrhundert vor Christus zurück, 3 was sich teilweise von ihrer archaischen Schrittstellung, die aufrechte und etwas starre Körperhaltung und den Spuren bestimmter Werkzeuge ablesen lässt. Sie sind jedoch unvollendet geblieben und jedes Werk ist nur bis zu einem bestimmten Stadium bearbeitet worden ist. Während die Kolossalstatue eines griechischen Gottes aus Naxos noch im Felsen liegen geblieben ist, aus dem sie allmählich herausgemeißelt werden musste, stehen die Jünglingsfigur aus Pentelikon und der Torso aus Naxos frei. Im vergleich jedoch mit der Jünglingsfigur aus Pentelikon, die noch recht blockhaft wirkt und deren Glieder nur leicht aus dem Steinblock hervortreten, befindet sich der Torso aus Naxos einen Schritt weiter - er weist eine weitere Arbeitsstufe der Modellierung auf.
2 Nach Carl Blümel, Griechische Bildhauer an der Arbeit. Berlin 1943.
3 Blümel, Verzeichnis der Abbildungen, S. 90
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Arbeit zitieren:
Irina Jabotinsky, 2008, Bildhauerei in der griechischen Antike, München, GRIN Verlag GmbH
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